Medienanalyse : Land gewinnt

Antenne Brandenburg bleibt Marktführer in der Region. Ein Vergleich mit früheren Erhebungen ist allerdings nicht möglich.

Joachim Huber

Der Abstand ist schon gewaltig, mit dem die Antenne Brandenburg vom RBB die private Radiokonkurrenz in der Region distanziert. Mehr als 50.000 Hörer in der Durchschnittsstunde beträgt aktuell die Differenz zu den vier einschaltstärksten Privatsendern. Dahinter reihen sich mit Radio Eins und Radio 88,8 wieder zwei RBB-Angebote. Insgesamt gilt für die Region, dass der private Hörfunk stärker eingeschaltet wird als der öffentlich-rechtliche. Bundesweit sieht es anders aus: Nach den aktuellen Zahlen der Radio MA 2008/II erreichen die ARD-Wellen täglich rund 36,7 Millionen Hörer, während die privaten Programme knapp über 30 Millionen liegen.

Die Radio MA 2008/II ist mit der Erhebung vom Frühjahr nicht vergleichbar, weswegen eine Verlust- und Gewinnrechnung bei den einzelnen Wellen nicht möglich ist. Für die aktuell vorliegenden Zahlen ist die Datenbasis verändert worden. Wurden bisher nur deutsche Hörer ab 14 Jahren befragt, sind es seit dieser Befragung Deutsche und EU-Ausländer ab zehn Jahren. Damit steigt das bundesweite Potenzial von knapp 65 Millionen auf fast 70 Millionen Personen, Entsprechendes gilt für Berlin-Brandenburg. Ausländer wie Türken und Russen, die nicht aus der EU stammen, bleiben weiter unberücksichtigt.

So wenig ein Vergleich der Zahlen von Frühjahr und Sommer statthaft ist, so offenbar ist doch, dass ein Programm wie Radio Teddy von der Verjüngung der Stichprobe klar profitiert. Tendenziell muss sich Motor FM wie auch die RBB-Welle 88,8 Gedanken über ein Mehr an Hörern machen. Für Jugendradios wie Fritz oder Energy brechen schwere Zeiten an – die Generation iPod hört immer weniger hin. Die stärksten Privatprogramme liegen so eng beisammen, dass jederzeit eine Verschiebung in der Rangfolge denkbar ist. Schlägt sich da die Austauschbarkeit der Wellen von 104.6 RTL bis 94,3 r.s.2 nieder?

Berlin-Brandenburg hört auch sogenanntes Einschaltradio ohne Werbung. Der RBB meldet für sein Kulturradio eine Tagesreichweite von 103 000 Hörern in der Region, Radio Multikulti, das der Sender zum Jahresende einstellen will, wird von täglich 45.000 Hörer genutzt. Für das Deutschlandradio Kultur werden 77.000 Nutzer angegeben, für den Deutschlandfunk 125.000 Hörer. 

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