Medienboard : Arbeitsplatz Filmstiftung NRW?

Michael Schmid-Ospach wird am Montag als Geschäftsführer der Filmstiftung NRW verabschiedet. Noch ist die Nachfolgefrage offiziell nicht beantwortet, doch eine Favoritin wird gehandelt: Petra Müller, Geschäftsführerin des Medienboards Berlin-Brandenburg, seit 2004 verantwortlich für den Bereich Standortmarketing.

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Petra Müller -Foto: dpa

Von der Ausstattung her sind beide Institute auf Augenhöhe. Das Fördervolumen des Medienboards liegt bei jährlich knapp 30 Millionen, der Filmstiftung bei 32 Millionen. Allerdings sind die Schwerpunkte verschieden. Die Filmstiftung NRW versteht sich als Förderagentur, beim Medienboard wird mehr Wert auf ein Gleichgewicht zwischen der Unterstützung von Produktionen (was in den Bereich der Co-Geschäftsführerin Kirsten Niehuus fällt) und der Förderung wie Ansiedlung von Unternehmen in der Region gelegt. Der Oscar für Christoph Waltz in dem mitunterstütztenTarantino-Film „Inglourious Basterds“ kann ebenso gefeiert werden wie die Entscheidung der Kinowelt AG, mit über 100 Mitarbeitern von Leipzig nach Berlin zu wechseln.

Petra Müller passt mit ihrem Arbeitsprofil besser ins Suchbild der Landesregierung NRW als Konkurrenten wie WDR-Fernsehspielchef Gebhard Henke, ausgewiesener Fachmann und doch begrenzter im bisherigen Aufgabenfeld als die 53-jährige Müller, die mit den Mitarbeitern und Instrumenten des Medienboards über Film, Fernsehen, Games, Web 2.0 jedweden digitalen Inhalt und deren Produzenten nach vorne bringen will. Auch ist zweifelhaft, ob der Kölner Privatsender RTL, wie WDR und ZDF wichtiger Finanzier der Filmstiftung NRW, eine WDR-Lösung an der Spitze begrüßt. Sollte Petra Müller nach Düsseldorf gehen, wird sie viele bekannte Gesichter treffen. In NRW, ob für das Grimme-Institut, Cologne Conference oder HMR International, hat sie gearbeitet. Köln ist ihre Heimat. Petra Müller wollte die Spekulationen am Freitag nicht kommentieren. jbh

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