Medienjahr 2013 : Wenn Onliner Zeitungstitel kaufen

Die Printverlage schauen gen Online und die Onliner starten Printprojekte - im Zeitungsjahr 2013 gab es viele Umwälzungen. Springers Käufe und Verkäufe werfen dabei noch nicht mal den größten Schatten.

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Big Deal: Amazon-Chef Bezos ist neuer Besitzer der "Washington Post"
Big Deal: Amazon-Chef Bezos ist neuer Besitzer der "Washington Post"Foto: dpa

Das Medienjahr 2013 war von großen Umwälzungen geprägt. Vor allem der Springer-Verlag strukturierte sich neu. So verkaufte der Berliner Medienkonzern im Juli seine Traditionstitel „Hamburger Abendblatt“, „Berliner Morgenpost“ und die „Hörzu“ an die Funke-Gruppe (ehemals WAZ). Auch alle weiteren TV- und Frauenzeitschriften gingen an das Essener Medienhaus. Die Berliner Boulevardzeitung „B.Z.“ hingegen wird bei der „Bild“ integriert. Für seine Blätter erhält Springer 920 Millionen Euro.

Im Dezember gab Springer bekannt, den Nachrichtenkanal N24 zu übernehmen. Der TV-Sender soll die Bewegtbilder für den gesamten Springer-Verlag liefern. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Passend zum Deal wechselte auch der N24-Mann und ehemalige „Spiegel“-Chefredakteur Stefan Aust zu Springer. Er wird neuer Herausgeber der „Welt“. Springer hofft, mit N24 sein Onlinegeschäft zu stärken.

Print goes Online - Online goes Print

Klassische Onliner hingegen begannen 2013, Print für sich zu entdecken: Jeff Bezos, Chef des Onlinehändlers Amazon, kaufte Anfang August für 250 Millionen Dollar (189 Millionen Euro) die renommierte „Washington Post“. Bezos kündigte umfangreiche Neuerungen an. Er wolle jedoch den Charakter der „Post“ bewahren: „Die Werte der ,Post’ brauchen keine Veränderung. Die Zeitung wird ihren Lesern verpflichtet bleiben und nicht den Privatinteressen ihrer Besitzer.“ Er wolle auf das Blatt die selben drei Ansätze anwenden, die Amazon groß gemacht hätten: Die Kunden zuerst, Innovation und Geduld.

Und auch Ebay-Gründer Pierre Omidyar steigt ins Mediengeschäft ein. Er plant eine Plattform für kritischen Journalismus mit mindestens 250 Millionen Dollar Investitionskapital. Ein berühmtes Zugpferd hat Omidyar: Glenn Greenwald, der Aufdecker der NSA-Affäre, wechselte vom „Guardian“ zur noch namenlosen Plattform.

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