MEDIENKÖNIGIN : Von der Leyen, Liebling der Talkshows

Die CDU-Politikerin führt die Hitliste im Kabinett an: Kein anderes Regierungsmitglieder ist öfter zu Gast in Talksendungen.

Joachim Huber

Das müsste die Sozialdemokraten schwer ins Grübeln bringen. Ihre Mitglieder in der Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD sind in den Talkshows des deutschen Fernsehens nicht die begehrtesten Gäste. Auf den ersten drei Plätzen finden sich nur Unionisten. Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) konnte dabei ihre Politik am häufigsten in TV-Gesprächsrunden vertreten.

In der seit Ende 2005 laufenden Legislaturperiode war sie insgesamt in 22 Talks vertreten, berichtet das Magazin „Focus“. Und der Auftritt am Sonntagabend bei „Anne Will“ ist noch gar nicht einberechnet, dann kommt von der Leyen bereits auf 23 Auftritte. Der Zweitplatzierte Horst Seehofer (CSU) saß 20 Mal in den Rederunden. Er war allerdings im Oktober 2008 vom Verbraucherschutzministerium ins Amt des bayerischen Ministerpräsidenten gewechselt. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) war 18 Mal zu sehen und zu hören.

Alle anderen Kabinettsmitglieder waren mit Abstand seltener in einer TV-Talkshow. Erst auf Rang vier taucht der erste Sozialdemokrat auf: Umweltminister Sigmar Gabriel. Mit seinen bisher zehn Auftritten liegt er allerdings auf demselben Niveau wie Michael Glos (CSU), der ehemalige Ressortchef für Wirtschaft. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf Platz zwölf war sechs Mal in einer Fernseh-Talkrunde zu Gast.

Die Zahlen stammen laut „Focus“ aus einer Auswertung, die die Bundesregierung auf Anfrage des Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Otto (FDP) ermittelt hat. Aus ihr ergebe sich auch, dass Horst Seehofer besonders oft in die „Münchner Runde“ des Bayerischen Fernsehens (sechs Mal) und zu „Berlin Mitte/Maybrit Illner“ im ZDF (vier Mal) ging. Von der Leyen hatte in der ZDF-Talkshow seit Ende 2005 sechs Auftritte und fünf bei „Beckmann“ im ersten Programm. Joachim Huber

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