Medien : Medienkritik: Friedman: "Nicht die Stellungnahmen von Politikern nachplappern"

Zum Thema Online Spezial: Terror gegen Amerika
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Chronologie: Die Anschlagserie gegen die USA
Osama bin Laden: Amerikas Staatsfeind Nummer 1 gilt als der Hauptverdächtige Die Dauer-Berichterstattung über die Terroranschläge in den USA und ihre Folgen ist auf scharfe Kritik gestoßen. So würde zunehmend Qualität durch Masse kompensiert, kritisierte der Vizepräsident des Zentralrats der Juden, Michel Friedman, bei einem internationalen Medien-Symposium des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV) in Montepulciano. "Die Journalisten sind in diesem Extremfall offenbar nicht in der Lage zu fragen, ob Osama bin Laden einfach die bequemste und am leichtesten zu choreografierende Antwort auf die Frage nach den Drahtziehern der Anschläge ist", sagte Friedman. Er appellierte an die Journalisten, nicht einfach die Stellungnahmen von Politikern "nachzuplappern". Mit den Ereignissen der letzten Woche sei nicht nur eine neue Dimension der weltpolitischen Auseinandersetzungen erreicht worden - es stellten sich auch neue Herausforderungen an den Journalismus der westlichen Demokratie.

Auch der DJV mahnt zur Besonnenheit. "Gerade in einer solchen Krisensituation müssten Journalisten für Frieden, Völkerverständigung und Toleranz eintreten und pauschale Urteile vermeiden", erklärte der Bundesvorsitzende Siegfried Weischenberg bei dem Symposium. Gerade dann, wenn einige Wahnsinnige die Welt in Schutt und Asche legen wollten, sollten Journalisten einen kühlen Kopf bewahren.

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