Medien : Medienlandkarte Deutschland: Rückstand bei Informations- und Kommunikationstechnik

isa

Berlin, Hamburg, München und Köln sind die führenden Medienzentren in Deutschland. Wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Bremer BAW Instituts für Wirtschaftsforschung hervorgeht, führt Berlin (1998: 51 200 Beschäftigte) in der Medienwirtschaft vor Hamburg (51 100), München (49 800), Köln (31 900) und Frankfurt (28 000). Beim Beschäftigungsanteil liegt jedoch Köln (4,68 Prozent) vor München (4,37 Prozent), Hamburg (3,62 Prozent) und Frankfurt (3,30 Prozent). Berlin folgt dabei mit 2,29 Prozent erst an neunter Stelle.

Laut dieser Studie gibt es erhebliche regionale Besonderheiten: Die Branche Radio/Fernsehen ist besonders stark an den Standorten öffentlich-rechtlicher und privater Sendeanstalten. Dominierendes Zentrum von Radio- und TV-Produktionen ist Köln (unter anderem wegen RTL und WDR) mit einem Anteil von rund 20 Prozent aller in Deutschland in diesem Sektor Beschäftigten. München weist eine Spezialisierung im Bereich EDV/Software auf, während in der Werbung Düsseldorf, Frankfurt und Hamburg führen. Allein zehn Prozent aller bundesweit in der Werbebranche Beschäftigten sind in Hamburg konzentriert. Die Filmbranche besitzt der Studie zufolge die größte Beschäftigungskonzentration im Medienbereich. Rund 42 Prozent aller Beschäftigten haben ihren Arbeitsplatz in den vier Städten Berlin, München, Hamburg und Köln.

Die Medienwirtschaft sei im Übergang zur Informationsgesellschaft ein wesentlicher Träger zukünftiger Beschäftigungsentwicklung, stellt die Untersuchung fest. Allein in der Multimedia-Branche werden bis 2002 rund 350 000 zusätzliche Arbeitsplätze erwartet. Doch trotz des leistungsfähigsten Telekommunikationsnetzes habe Deutschland gegenüber den angelsächsischen Ländern und Skandinavien im Bereich der Anwendungen der Informations- und Kommunikationstechnik einen Rückstand von drei bis vier Jahren.

0 Kommentare

Neuester Kommentar