Medien : Medienrepublik (47)

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Harald Martenstein über eine spektakuläre Hilfsaktion für die Flutopfer

Solidarität mit den Flutopfern – da sind alle dabei. Eine ganz besondere Solidaritätsaktion erwartet in der kommenden Ausgabe die Leser des Herrenmagazins „Playboy“. Zehn Mädchen aus den sächsischen Überschwemmungsgebieten haben sich für die „Playboy“-Leser ausgezogen. Das Honorar – immerhin 5000 Euro pro Model – geht an Wiederaufbauprojekte im deutschen Osten. Das Magazin will damit „zeigen, dass Erotik und Solidarität einander nicht ausschließen“ und „mit unseren Mitteln einen Beitrag leisten“, heißt es in einem Text der Redaktion. Wir sprachen mit einem der Models, Ramona Brahm aus Rübitz.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, Ramona? – Meine Freundin hat im „Stern“ die Nacktfotos von der deutschen Volleyball-Nationalmannschaft gesehen. Die haben sich auch für einen guten Zweck ausgezogen, damit Volleyball ein bisschen beliebter wird. Das könnten wir doch auch machen, hat sie gesagt. So hübsch wie die Volleyballerinnen sind wir Flutopfermädchen schon lange.

Und dann? – Die beim „Playboy“ waren sofort total begeistert.

Die Fotos sind wirklich sehr schön geworden. Richtig künstlerisch. – Danke. Ja, der Fotograf hat viel mit Wasser und Schlamm gearbeitet. Das liegt irgendwie nahe, oder? Lustig waren die Aufnahmen mit den Bundeswehrsoldaten, wie wir nackt Sandsäcke schleppen.

War es nicht manchmal gefährlich? – Sie meinen, wegen des Fotos, wo wir in nassen T-Shirts auf dem toten Baum durch die Flut treiben? Das ist alles im Pool gemacht worden, bei so einem Typ in Hamburg. Sieht aber ganz schön echt aus.

Tut es euch nicht leid, dass ihr überhaupt kein Geld bekommen habt? – Aber nein, im Gegenteil! Außerdem – wir werden durch die Aktion in Deutschland bestimmt ein bisschen bekannt. Mal sehen, was draus wird.

Komisch, dass erst jetzt jemand auf diese tolle Idee gekommen ist! – Ja, die anderen Herrenmagazine wollen nachziehen, „Maxim“, „FHM“ und wie die alle heißen. Bei „FHM“ wollen sie unter den Lesern ein Romantik-Wochenende mit einem Flutopfermädchen versteigern, in Venedig. – Oho.

Na ja, ich denke mal, es bleibt dem Mädchen selber überlassen, wie sehr sie sich auf den Gewinner einlässt. Aber es ist wirklich toll, wie überall in den Medien den Menschen geholfen wird, die alles verloren haben.

(Um Missverständnisse zu vermeiden: Dies war eine Satire!)

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