Medien : Medienrepublik (52)

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Matthias Kalle über Humor und warum man trotzdem lacht

War das denn lustig? Am Mittwoch hielt Harald Schmidt das Cover des aktuellen „Stern“ in die Kamera, es zeigt ein Porträt von Joschka Fischer. Daneben zeigte Schmidt das Cover des „SZ-Magazins“ von vor zwei Wochen, das Porträt ist haargenau dasselbe. Stille im Saal. Soll man lachen? Wo ist der Witz? Schmidt sagt, nicht alles in seiner Show sei vordergründig lustig.

Journalisten beömmeln sich geradezu, wenn sie Fehlleistungen von Kollegen entdecken. Menschen mit anständigen Berufen beömmeln sich dagegen wohl eher, wenn sie die Autobiografie des Dieter Bohlen lesen, jeden Tag in der „Bild“-Zeitung. Er erzählt, wie er Sex mit wem hatte und was er sich dabei alles wehgetan hat. Aufgeschrieben wurde das von Katja Kessler, und man weiß nicht, ob Kessler nah an Bohlens Sprache bleiben wollte oder es einfach nicht besser kann – das wäre dann traurig, nicht lustig.

Wo also ist denn der Humor in der Medienrepublik geblieben? In einigen deutschen Zeitungen stand am Samstag die Meldung, dass durch eine Internet-Umfrage einer Humorstudie der englischen Universität Hertfordshire der „witzigste Witz der Welt“ ermittelt wurde. Leider ist er nicht witzig. Warum wurde die Meldung trotzdem gebracht? Alte Journalistenregel: Only bad news are good news.

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