• Medienrepublik (6): Harald Martenstein über Reporter in Auschwitz und die Liebe im Krieg

Medien : Medienrepublik (6): Harald Martenstein über Reporter in Auschwitz und die Liebe im Krieg

Christoph Dieckmann war für die "Zeit" in Auschwitz, als Reporter. Zitat: "Ich wurde nie antisemitischen Versuchungen ausgesetzt - wie auch, in einem judenrein gemordeten Land?" Mit anderen Worten: wo lebende Juden auftauchen, ist die antisemitische Versuchung nie weit. So gesehen, ist die Beseitigung der Juden die einzig wirksame Maßnahme gegen den Antisemitismus. Das Beispiel DDR irritiert allerdings - fast keine Juden, und trotzdem entstand keine Hochburg der Liebe zum jüdischen Volk. Zweites Zitat: "Was mir immer fremd blieb: der jüdische Glaube an Israel als Gottes auserwähltes Volk... Wirkt nicht die Geschichte des christlich verbrämten Nationalismus wie eine Kopie des jüdischen Volkserwählungsglaubens?" Mit anderen Worten: die Juden waren die ersten Nazis. Hitler war ein Klon des alten Moses. Das ist originell, da wäre nicht mal Horst Mahler drauf gekommen. Israel "tötet jeden Tag", schreibt Dieckmann. "Wir registrieren das ohne deutschen Kommentar, als gebiete unsere Geschichte uns zu schweigen...Israels Erwählungshybris ist ein Fluch." Ein deutscher Reporter besucht Auschwitz, ausgerechnet dort fallen ihm die Verbrechen der verfluchten Juden ein. Israel tötet jeden Tag - die Deutschen haben das nur ein paar lumpige Jahre lang getan. Ist es nicht eine Unverschämtheit, wenn die Juden uns vorwerfen, dass wir effektiver arbeiten als sie?

Man erlebt auch positive Überraschungen an der Heimatfront. Die "Geilheit", mit der die deutschen Medien sich auf den Krieg stürzen (das stand nicht im "ND", sondern in der "Süddeutschen"), hat jedenfalls nicht "Bild" erfasst. "Bild" berichtet bemerkenswert zurückhaltend, ohne diesen Hurrapatriotismus, dessen Zentralorgan "B. Z." heißt. Die Schlagzeilen marschieren bei denen im Stechschritt. "Jetzt sind wir dabei! Unsere Jungs vor Kampfeinsatz in Afghanistan": Muss man jubeln über einen Krieg, der unvermeidlich ist? "B.Z."-Chef Georg Gafron hat gut trompeten, er muss seinen Kopf nicht hinhalten in Afghanistan. Moment... ist Gafron nicht im Kofferraum aus der DDR geflüchtet? Auch im Spürpanzer "Fuchs" gibt es sicher einen Kofferraum.

Wenn die jungen Männer an die Front müssen, steigen die Chancen der etwas älteren. Die "Bunte" berichtet über die angebliche Liaison des "FAZ"-Herausgebers Frank Schirrmacher mit der Autorin Rebecca Casati. In deren Roman liebt "ein moderner Don Juan Frauen nach Alphabet. Die Autorin ihrerseits, scherzt man im deutschen Feuilleton, soll bei S angelangt sein." Steckt darin eine geheime Botschaft an Helmut Thoma, Hermann Unterstöger, Harry Valérien und Roger Willemsen?

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