Medienrichtlinien : Pech für die CDU

Der MDR hält sich an die Richtlinie für Politikerauftritte. Der Thüringer CDU-Landtagsfraktionschef Mike Mohring wird nicht in einer Nebenrolle auf dem Bildschirm zu sehen sein.

Joachim Huber

Der Verdacht lag nahe, dass es beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) zweierlei Maß beim Umgang mit Politikern gibt. So durfte der Thüringer CDU-Landtagsfraktionschef Mike Mohring wenige Wochen vor der Kommunalwahl hoffen, dass er in einer Nebenrolle auf dem Bildschirm zu sehen sein werde. In der Kinder- und Jugendserie „Schloss Einstein“ des Kinderkanals von ARD und ZDF spielt der 37-Jährige in einer Szene einen Notarzt, der ein Neugeborenes untersucht. Dies bestätigte die Saxonia Media Filmproduktion GmbH.

In derselben Kinderkanal-Serie wurde dagegen der Schauspieler Peter Sodann, der für die Linkspartei für das Bundespräsidentenamt kandidiert, bis zur Bundespräsidentenwahl am 23. Mai vom Bildschirm genommen. Sodann gibt in der Kinderkanal-Serie einen Schulamtsleiter. Seine vorübergehende Bildschirmsperre wurde von dem für den Kika zuständigen MDR mit der entsprechenden Sender-Richtlinie begründet. Demnach dürfen Mitarbeiter und Schauspieler, die an einem Wahlkampf beteiligt sind, sechs Wochen vor der Wahl nicht am Mikrofon oder auf dem Bildschirm auftreten. Mohring kandidiert in gut vier Wochen im Weimarer Land als CDUSpitzenkandidat für den Kreistag.

MDR-Sprecher Stefan Mugrauer sagte dem Tagesspiegel, Saxonia Media habe dem Sender nur die Fassung der „Einstein“-Folge zur Abnahme vorgelegt, in der der CDU-Politiker Mohring nicht vorkäme – und nur diese Fassung würde am Samstag um 17 Uhr 10 ausgestrahlt. Saxonia-Producerin Katharina Rietz erklärte, der Dreh mit Mohring sei aufgrund von Arbeitskontakten zustande gekommen. Der MDR hätte von dem Engagement zum Zeitpunkt der Dreharbeiten nichts gewusst. Nach Drehschluss seien Sender und Saxonia zur Überzeugung gekommen, die Mohring-Sequenz nicht zu verwenden. Joachim Huber

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