Mediensprachpreis : Das "Traumduo" des Sportjournalismus

Die ARD-Fußballmoderatoren-Duo Günter Netzer und Gerhard Delling haben den Medienpreis für Sprachkultur 2008 erhalten. Das "Duo Infernale" zeige mit seiner Mischung aus freundlicher Polemik und fachlicher Analyse, "dass Sprache ein Spiel ist", sagte die Jury.

Günter Netzer und Gerhard Delling
Günter Netzer (l.) und Gerhard Delling Das "Traumduo des Sportjournalismus". -Foto: dpa

WiesbadenDer Medienpreis für Sprachkultur 2008 ist am Samstagabend an das ARD-Fußballmoderatoren-Duo Günter Netzer und Gerhard Delling verliehen worden. Beim Festakt im Kurhaus Wiesbaden würdigte der Sprachwissenschaftler Prof. Armin Burkhardt die Preisträger in seiner Laudatio als "Traumduo des Sportjournalismus".

In der Jurybegründung des von der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) seit 20 Jahren für die Förderung der Sprachkultur in den Medien verliehenen Preises hieß es, Netzer und Delling hätten die "nicht mehr wegzudenkende dialogische Form des Kommentars in die Sportberichterstattung eingeführt". Das Gespann verstehe es, die Fußballgemeinde an den Fernsehschirmen "durch Diskussion zu informieren" und verbinde Sach- und Fachkunde mit geschliffenem Deutsch. Die Geehrten verzichteten auf die angedrohte "zweimal 45- minütige" Dankesrede und boten stattdessen zur Freude der Anwesenden einen kurzweiligen humorigen Dialog. Dabei sparten sie nicht mit den von den Fernsehmoderationen gewohnten gegenseitigen Frotzeleien.

Auch Iris Radisch wurde geehrt: "Gegenstimme zum Kulturpessimismus"

In der Kategorie Presse wurde die Literaturkritikerin Iris Radisch ("Die Zeit") geehrt. In der Jurybegründung wurden "kreative Wortwahl, Originalität und Witz" ihrer Arbeiten hervorgehoben. Ihr Laudator Klaus Harpprecht bescheinigte ihr "ein genaues Auge für Talente". Sie sei eine "Gegenstimme zum modischen Kulturpessimismus". Der Alexander-Rhomberg-Preis für Nachwuchsjournalisten ging an Britta Stuff ("Die Welt", "Welt am Sonntag", "Berliner Morgenpost"), die sich trotz Legasthenie im schreibenden Beruf etabliert hat und laut Laudatio in ihren Reportagen und Porträts "genau das aufschreibt, was andere weglassen würden". (kj/dpa)

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