• Medienunternehmen: Gute Geschäfte, steigende Gewinne – Studio Hamburg baut in Berlin aus

Medienunternehmen : Gute Geschäfte, steigende Gewinne – Studio Hamburg baut in Berlin aus

Dieser Erfolg ist sichtbar. Die Studio Hamburg Gruppe lässt am Standort in Berlin-Adlershof nun auch Studio H hochziehen und investiert dafür beinahe zwölf Millionen Euro.

Joachim Huber

„Und Studio H ist bereits ausgelastet“, sagte Martin Willich, Vorsitzender der Geschäftsführung Studio Hamburg Gruppe, bei der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag in Berlin. Das Medienunternehmen ist mit seinen vier Standorten Berlin, Potsdam, Hamburg und Hannover der größte Studiobetrieb für Film und Fernsehen in Deutschland. 823 Mitarbeiter werden in den verschiedenen Produktionsgruppen fest beschäftigt. Der Löwenanteil des Geschäftes wird an Spree und an Elbe gemacht. Mit Blick auf den im Vergleich zu 2006 um 18,9 Prozent auf 358 Millionen Euro gestiegenen Umsatz sagte Willich, Studio Hamburg habe trotz des großen Margendrucks in der Branche seine Kennzahlen verbessern können. Das Jahresergebnis der Gruppe für 2007 liege bei 7,7 Millionen Euro (2006: 2,7 Millionen). Für 2008 erwartet Willich bei leichtem Umsatzrückgang rund zehn Millionen Euro Gewinn.

Nach seinen Angaben ist der deutliche Aufwärtstrend im Wesentlichen auf die Steigerungen im Produktionsbereich zurückzuführen. Studio Hamburg achte sehr darauf, sein Geschäftsvolumen bei öffentlich-rechtlichen (55 Prozent) wie privaten Auftraggebern (45 Prozent) zu erzielen, alle vier großen Sendergruppen – ARD (zum Beispiel „Rote Rosen“), ZDF („Traumschiff“), Pro Sieben Sat 1 („Hitgiganten“, RTL („Doctor’s Diary“) – seien Kunden. Obwohl NDR/NDR Media zu hundert Prozent Gesellschafter von Studio Hamburg sind, lehnt Willich Diskussionen ab, dass TV-Veranstalter quasi über eine „Kartellbildung“ nur noch ihre Tochtergesellschaften mit Aufträgen versorgen sollten. „Das ist mit den Regeln des Marktes unvereinbar.“

Von der Berliner Politik sieht sich Studio Hamburg mit seinen Anstrengungen in Adlershof nicht immer ausreichend gewürdigt. Willich wollte von dieser Kritik nur Wirtschaftssenator Harald Wolf (Die Linke) ausnehmen, zugleich erkannte er an, dass Adlershof von lokal bis global bei Bekanntheit und Image mit der Filmstadt Babelsberg in Potsdam nicht konkurrieren könne. „Aber Film ist Torte, Fernsehen sichert das tägliche Brot.“ Ob der Medienstandort Berlin den Flughafen Tempelhof nach dessen Stillegung als künftigen Produktionsort benötigt? „Nein“, sagte Martin Willich, „Tempelhof wird nicht gebraucht“ – und trotzdem wird er eine Bedarfsstudie in Auftrag geben und dem Senat überreichen. Joachim Huber

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