Medien : Mehr Macht für Grotkamp

WAZ-Verkauf angeblich kurz vor dem Abschluss.

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Das zweitgrößte Zeitungshaus Deutschlands steht kurz vor einem Machtwechsel. Testamentsvollstrecker Peter Heinemann soll bei der Essener WAZ-Gruppe („Westdeutsche Allgemeine Zeitung“, „Westfalenpost“) einem Verkauf der von ihm verwalteten Anteile der Enkel des WAZ-Mitbegründers Erich Brost an Mitgesellschafterin Petra Grotkamp zugestimmt haben, wie das „Manager Magazin“ am Donnerstag berichtete. In einer Sondersitzung am heutigen Freitag sollen demnach „letzte Details“ der Übernahme geklärt werden. Das größte Zeitungshaus, der Springer-Verlag („Bild“, „Welt“), hatte ebenfalls Interesse bekundet und würde damit  leer ausgehen.

Zu jeweils 50 Prozent gehört die WAZ bislang den Nachfahren der Gründer Jakob Funke und Erich Brost: Auf der einen Seite die drei Funke-Töchter, zu denen die mit dem früheren WAZ-Chef Günther Grotkamp verheiratete Petra gehört. Auf der anderen Seite die Brost-Enkel, vertreten durch Brosts Testamentsvollstrecker Heinemann. Da die Brost-Erben jedoch nicht besonders am Zeitungsgeschäft interessiert sein sollen, will Petra Grotkamp ihren bisherigen Anteil von 16,7 Prozent Anteil erhöhen. 470 Millionen Euro soll sie für die Brost-Anteile von 50 Prozent geboten haben. Der Springer-Verlag drohte ihr jedoch einen Strich durch die Rechnung zu machen, als er im Oktober ein Kauf-Angebot unterbreitete, das den Wert der WAZ um 500 Millionen Euro höher einschätzte. Heinemann musste das Angebot zumindest prüfen.

Nun hat er aber offenbar entschieden, Grotkamp den Zuschlag zu geben. Doch ohne Probleme wird der Handel wohl trotzdem nicht ablaufen. Laut „MM“ muss noch eine „Finanzierungslücke“ von 50 Millionen Euro geschlossen werden, insgesamt betrage das Kreditvolumen für das Geschäft 200 Millionen Euro, was sich aufgrund der Euro-Krise nur schwer bewilligen lasse. Heinemann verwies darauf, dass „ein unterschriftsreifer Vertrag“ bisher nicht vorliege. Sonja Pohlmann

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