Mehr Platz für Tweets : Wie viel Zeichen fehlen Twitter zum Erfolg?

Twitter schenkt den Nutzern 20 Zeichen mehr, wenn sie Links zu Fotos oder Videos teilen. Doch für den Nachrichtendienst geht es um viel mehr als das.

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Twitter-Chef Jack Dorsey träumt von der Verschmelzung des Second Screens mit dem TV - natürlich mit seinem Dienst.
Twitter-Chef Jack Dorsey träumt von der Verschmelzung des Second Screens mit dem TV - natürlich mit seinem Dienst.Foto: dpa

Nun ist es also soweit. Im Mai hatte der Nachrichtendienst Twitter angekündigt, dass Links zu Fotos, Videos, Grafiken und Umfragen bald nicht mehr unter die 140-Zeichen-Grenze für Tweets fallen sollen. Jetzt hat der Kurznachrichtendienst diesen Schritt tatsächlich vollzogen. Somit spielt es für die Länge einer Nachricht nun keine Rolle mehr, ob man als Twitter-Nutzer seine Tweets noch um einen Anhang erweitert.

Der Vorteil für die Nutzer hält sich dabei im Rahmen: Für einen Internetlink oder ein Foto musste er zuvor auf rund zwanzig Zeichen verzichten, die ihm nun für eine etwas längere Textbotschaft zur Verfügung stehen. Twitter hingegen profitiert doppelt. Der Dienst kann die von den meisten Twitter-Nutzern gewünschte Beschränkung von 140 Zeichen für einen Tweet beibehalten. Überlegungen von Twitter-Chef Jack Dorsey zur Aufhebung dieser Beschränkung hatten massive Proteste ausgelöst. Es wurde befürchtet wurde, damit könnte einer der wichtigsten Vorteile des Dienstes verloren gehen. Durch die etwas längeren Tweets stärkt Twitter die Nutzung insbesondere von Videos, mit deren Hilfe Twitter aus der Krise herausfinden will.

Die NFL ist erst der Anfang

Bereits Realität sind weltweite Twitter-Übertragungen von Spielen der US-amerikanischen Football-Liga NFL. „Twitter ist immer gut, wenn es um Live-Übertragungen von Events geht“, sagte dazu Twitter-Deutschland-Sprecher Holger Kersting dem Tagesspiegel. Dabei muss es sich nicht nur um Sport handeln, es kann auch Politik sein. So hat Twitter die Conventions von Republikanern und Demokraten zur US-Präsidentschaftswahl gestreamt.

Zugleich gibt es bei Twitter Überlegungen, den so genannten „Second Screen“, auf dem das kommentiert wird, was man gerade im Fernsehen sieht, mit dem TV-Bildschirm zu verschmelzen. „Was wäre, wenn wir das in einem Erlebnis vereinen könnten, damit man nicht nach einem Fernseher suchen müsste, oder wo der Stream läuft – sondern einfach Twitter öffnen könnte, es sich dort ansehen und kommentieren“, hatte Jack Dorsey unlängst geäußert.

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