Medien : Mehr Schleichwerbung bei ZDF-Show?

Nach neuen Schleichwerbungsvorwürfen bei „Wetten, dass..?“ wächst der Druck auf das ZDF. Der Verwaltungsratschef des öffentlich-rechtlichen Senders, Kurt Beck (SPD), erklärte, er werde Intendant Thomas Bellut bitten, „zu den Vorhaltungen Stellung zu nehmen und die heutige Praxis darzustellen“. Der ZDF-Fernsehrat will sich am 8. März mit den Vorgängen befassen, bestätigte der Vorsitzende des Gremiums, der CDU-Bundestagsabgeordnete Ruprecht Polenz. Das ZDF sowie der Entertainer Thomas Gottschalk hatten am Montag Vorwürfe der Produktplatzierung bei „Wetten, dass..?“ dementiert, über die „Der Spiegel“ ausführlich berichtet hatte. Die neuesten Anschuldigungen drehen sich um den Billigstromanbieter Teldafax.

Das „Handelsblatt“ berichtete am Dienstag, der Zeitung liege ein Vertrag zwischen Dolce Media und der mittlerweile insolventen Firma vor. Demnach sollte Teldafax für sechs Sendungen von 2009 bis 2010 insgesamt 1,5 Millionen Euro an Dolce Media zahlen. Der Betrag sei dann auf rund eine Million Euro reduziert worden. Es sei genau festgelegt gewesen, in welcher Form Teldafax im Fernsehen in Szene gesetzt werde. Ein ZDF-Sprecher bestätigte zwar, dass Teldafax als Stifter eines Preises für sechs Sendungen von 2009 bis 2010 von der Firma Dolce Media akquiriert worden sei. Die Präsentation des Preises habe den rechtlichen Rahmenbedingungen entsprochen, die Einspieler seien vom Sender juristisch abgenommen worden. „Für die Bereitstellung des Preises ist kein Geld an das ZDF geflossen.“ Einen Vertrag zwischen Dolce Media und Teldafax kenne der Sender nicht.dpa/Tsp

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