Medien : Mein Schweinehund

Joachim Huber

Top Dog – Deutschland sucht den Superhund. Vox. Damit das mal klar ist: Ich kann Hunde nicht leiden. Chinesen dagegen kann ich sehr gut leiden, Chinesen essen gerne Hunde. Die Kombi-Haltung aus Hundeantipathie und Chinesensympathie führt in der Bello-Metropole Berlin ins soziale Abseits. Dort will ich nicht sein. Ich habe mir deswegen einen Crashkurs verordnet, damit ich beim Anblick eines Hundes nicht gleich an einen Chinesen denke. Mein Psychoprogramm heißt in den nächsten Monaten „Top Dog“. Die Casting-Show zeigt Hunde, Hunde, Hunde, multipliziert mit Frauchen, Frauchen, Frauchen, potenziert mit Herrchen, Herrchen, Herrchen. Jeder „Top“-Teilnehmer muss unter Anleitung einer fast schon beängstigend normalen Hundeexperten-Jury seinen Hund und dessen Kunststückchen vorführen. Ein Panoptikum an Geschmack und Geschmacklosigkeit, ein Universum der Rassen, ein Faszinosum, mit welcher Hingabe und mit wie viel Zeitaufwand Deutsche Hunde lieben. „Top Dog“ nimmt die Parade mit leichthändiger Schmunzel-Regie ab. Zum schönen Schein gehört auch, dass dort, wo Hunde sind, immer die Sonne knallt. Die Frage „Hunde, sollt ihr ewig leben?“, kennt in Deutschland nur Ja als Antwort. Die Casting-Show stützt jedes, wirklich jedes Vorurteil gegenüber Hund und Besitzer. Und gerade deshalb ist die Sendung gut für mich: Ich kann mir bei „Top Dop“ selber nicht ausweichen. „Top Dog“ ist Hardcore-Therapie. Mit vorhersehbarem Ende? Dass ich zum Finale Hunde leiden kann, anders die Chinesen, weil sie Hunde essen? Ich werde rechtzeitig darüber informieren. Jetzt erst mal zum Chinesen an der Ecke und Nummer 37 auf den Teller. Das ist lecker H…

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