MeinVZ : Gruscheln für Große

Nach StudiVZ und SchülerVZ gibt es nun MeinVZ - als Freundesnetzwerk für die Zeit nach der Uni. Die Optionen zum Schutz der Privatsphäre werden verbessert.

Kurt Sagatz

Im heißesten Konkurrenzkampf der Internet-Freundesnetzwerke hat das Social Network StudiVZ einen Etappensieg errungen. Nachdem der große US-Rivale Facebook angekündigt hatte, noch im ersten Quartal eine deutsche Plattform zu starten, hat das zur Verlagsgruppe von Holtzbrinck (Tagesspiegel, "Zeit") gehörende StudiVZ nun nach SchülerVZ einen weiteren Ableger ins Leben gerufen. Am Donnerstag wird MeinVZ freigeschaltet, sagte StudiVZ-Geschäftsführer Marcus Riecke am Mittwoch in Berlin.

"MeinVZ ist das digitale Zuhause für alle Freunde von StudiVZ", erklärte Riecke die Idee des Netzwerks für junge Berufstätige. Ein MeinVZ-Werbespot macht es deutlich: Zwei junge Frauen tauschen Botschaften aus. "Mein Prof nervt …", tippt die eine aus dem Hörsaal und erhält von der Frau im Büro die Antwort: "… mein Chef auch!" Die beiden Netzwerke sind eng miteinander verzahnt. Man kann sich gegenseitig auf die Freundesliste setzen um sich dann morgens mit einer fröhlichen Botschaft zu gruscheln, jenem Kunstwort für Grüßen und Kuscheln. StudiVZ und SchülerVZ sind mit über acht Millionen Mitgliedern und rund zwölf Milliarden Seitenabrufen die reichweitenstärksten deutschen Netzwerke. MeinVZ ist wie die Schwesternetzwerke ein kostenloses Angebot, das es zusätzlich mit englischer Oberfläche gibt.

"Freundschaften hören nicht an Universitätsgrenzen auf", sagte StudiVZ-Gründer Michael Brehm. Anders als StudiVZ steht bei MeinVZ somit nicht die Hochschule im Mittelpunkt, sondern die Region, in der man lebt. Aber auch über das eigene Unternehmen kann man sich weiter vernetzen. Über eine entsprechende Suchfunktion lassen sich nun auch Arbeitskollegen finden und zur Freundesliste hinzufügen. Dass es einen Bedarf für MeinVZ gibt, zeigen zwei Zahlen: Den rund 2,6 Millionen deutschen Studenten stehen rund fünf Millionen StudiVZ-Profile gegenüber.

Zusammen mit dem Start des neuen Netzwerkes werden sowohl für MeinVZ als auch für StudiVZ neue Einstellungsmöglichkeiten zum Schutz der eigenen Privatsphäre eingeführt. Damit wird auf die Kritik am mangelhaften Datenschutz reagiert. Mitglieder der beiden Networks können jetzt ganz genau entscheiden, wer ihre Profile sehen kann und welche Angaben dabei für andere Mitglieder sichtbar sind. Wer nicht möchte, dass andere den Geburtstag, die Hobbys oder den eigenen Karriereweg erfahren, kann diese Option deaktivieren. Suchmaschinen wie Google und Co. wird der Zugriff auf die Profile grundsätzlich verweigert. "Wenn etwas in einem Profil in StudiVZ und MeinVZ gelöscht wird, kann es im Internet niemand finden", erklärte Riecke.

Geändert wurden auch die allgemeinen Geschäftsbedingungen, um sich weiteren Ärger über die Einführung von zielgerichteter, personalisierter Werbung zu ersparen. Von den Funktionen her unterscheiden sich StudiVZ und MeinVZ hingegen kaum, das "Look and Feel" wird beibehalten. Demnächst soll es eine Umzugsfunktion geben, um sein Profil von StudiVZ mit allen Freundschaften, Fotos und Einstellungen von StudiVZ zu MeinVZ zu übernehmen. Werbung wird es anfangs auf MeinVZ nicht geben, "wie wir das später monetarisieren, werden wir dann sehen", so Riecke. Kurt Sagatz

www.meinvz.net

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