Medien : Migranten schauen lieber Pro 7 & RTL

Migranten in Deutschland bevorzugen beim Fernsehen private deutsche Programme vor öffentlich-rechtlichen Angeboten. Grund dafür sei unter anderem das geringere Durchschnittsalter der Einwanderer, ergab eine am Dienstag in Mainz vorgestellte Untersuchung von ARD und ZDF zur Mediennutzung von Migranten. Ältere Einwanderer nutzten hingegen vor allem ihre heimatsprachlichen Programme. Insgesamt sei aber keine ausgeprägte mediale Parallelgesellschaft erkennbar: Deutsche Medien erreichten alle Migrantengruppen gut. Für die Studie wurden bundesweit 3000 Menschen mit Migrationshintergrund über 14 Jahre befragt. Demnach liegt Pro 7 bei Zuschauern mit ausländischen Wurzeln an der Spitze. Der Privatsender hat dort einen Marktanteil von 13 Prozent, gefolgt von RTL mit zwölf Prozent. ARD und ZDF erreichen in dieser Zielgruppe jeweils fünf Prozent. Auf den öffentlich- rechtlichen Sendern schalten Migranten vor allem Nachrichtensendungen und Telenovelas ein. „Migranten werden durch deutsche Medien erreicht, wenn auch noch nicht so gut, wie wir das wollen“, sagte ZDF-Intendant Markus Schächter. Der Intendant des Hessischen Rundfunks (HR), Helmut Reitze erklärte, die Nutzung deutschsprachiger Medien sei „ein Gradmesser für die Integration“. „Wir wollen Menschen mit Migrationshintergrund stärker vor und hinter die Kamera bringen.“ dpa/Tsp

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