Medien : Milch, Mehl, Magazin

Lebensmittelriese Rewe plant Kaufzeitschrift

Die süßen Sachen sind im Supermarkt kurz vor der Kasse aufgebaut, das ist in den Filialen der Rewe-Gruppe meistens nicht anders. Nun will die Kette ihre Kunden mit einem weiteren Produkt in Versuchung bringen: einer eigenen Zeitschrift. Allerdings nicht mit einem Gratisblatt, in dem Salatköpfe oder Schnitzel angepriesen werden, sondern mit einer Kaufzeitschrift. Sie soll sich in erster Linie an Frauen richten und Themen wie Mode, Beauty, Wohnen oder Reisen aufgreifen – und so mit Blättern wie „Für Sie“, „Freundin“ oder „Petra“ konkurrieren, heißt es in Branchenkreisen.

Das will die Unternehmensgruppe so konkret nicht bestätigen, sagt aber, an einem entsprechenden Projekt zu arbeiten. „Mit dem Magazin wollen wir den Besuch in unseren Märkten noch attraktiver gestalten“, erläutert Sprecher Andreas Krämer.

Bei der Rewe-Konkurrenz gibt es zurzeit vor allem kostenlose Kundenzeitschriften: Die Kette Real verteilt in ihren Filialen Broschüren zu Themen wie „Gesunde Ernährung“ und Kaufhof verschickt an die besten Kunden das „Galeria Magazin“. Karstadt hatte zwar zum Preis von 60 Cent eine Programmzeit angeboten, diese aber Ende 2007 eingestellt.

Vorbild für das neue Rewe-Konzept ist die „Maxima“, eine Frauenzeitschrift, die seit 1996 von der österreichischen Rewe-Gruppe herausgegeben wird. Das Blatt ist sehr erfolgreich, verkaufte 2007 durchschnittlich 73 000 Exemplare, erreichte durchschnittlich 205 000 Leserinnen und belegt damit Platz drei der beliebtesten österreichischen Frauenmagazine hinter „Woman“ und „Wienerin“.

Dass das deutsche Rewe-Magazin monatlich zu einem Preis von 80 Cent erscheinen soll, wollte der Rewe-Sprecher noch nicht bestätigen. Die redaktionelle Gestaltung, Vertrieb und Anzeigenvermarktung wird aber wohl die Bertelsmann-Tochter Medienfabrik Gütersloh übernehmen. sop

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