Missbrauchsskandal : Zwei weitere ranghohe BBC-Mitarbeiter treten zurück

Im Zuge der Ermittlungen wegen sexuellen Missbrauchs durch einen BBC-Moderator sind bei der britischen Rundfunkgesellschaft Berichten zufolge zwei weitere ranghohe Mitarbeiter zurückgetreten. Auch Rundfunkrats-Chef Chris Patten gerät in Bedrängnis.

BBC-Nachrichtenchefin Helen Boaden und ihr Stellvertreter Stephen Mitchell seien zurückgetreten, berichteten die Sender BBC News und Sky News am Montag. Beide seien angesichts laufender Untersuchungen zur Zurückhaltung von Informationen im Fall des verstorbenen BBC-Starmoderators Jimmy Savile, der hunderte Kinder missbraucht haben soll, zum Rücktritt aufgefordert worden.

Der Sendung „Newsnight“ wird vorgeworfen, entsprechende Hinweise auf Savile zurückgehalten zu haben. Am Samstagabend war bereits BBC-Chef George Entwistle zurückgetreten. Zuvor hatte die Ausstrahlung eines BBC-Berichts Vorwürfe des Kindesmissbrauchs gegen den konservativen Politiker Alistair McAlpine zur Folge, die sich als falsch erwiesen.

Der konservative Parlamentsabgeordnete Philip Davies forderte auch den Rücktritt von Rundfunkrats-Chef Chris Patten. Er sei unhaltbar geworden. Davies übte Kritik an Plänen, dem zurückgetretenen Entwistle eine Abfindung von 450 000 Pfund (563 000 Euro) zu zahlen. Übergangs-Intendant Tim Davie wollte im Laufe des Tages seine Reformpläne vorstellen. (AFP/dpa)

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