Medien : Mit dem Brillenpelikan per Du

Doku-Soap erzählt Zoo-Geschichten aus Berlin

Dorothee Schmidt

„Wie kann man nur so viel Dreck machen“, schimpft Ronald Richter, aber er tut es wie ein Vater. Liebevoll und nicht wirklich ernst gemeint. Vor ihm sitzt ein sieben Tage alter Brillenpelikan in einem mit Gummimatten ausgelegten Metallkörbchen. Heute soll er zum ersten Mal mit Fisch gefüttert werden. „Das ist Fisch, da wirst du dich später nur von ernähren“, erklärt er dem Pelikan.

Aus solchen rührenden Szenen zwischen Tier und Tierpfleger besteht die Doku-Soap „Panda, Gorilla & Co.“ des RBB im ersten Programm. Es werden kleine Episoden und langfristige Geschichten aus dem Zoo Berlin und dem Tierpark Berlin erzählt. Panda Bao Bao bekommt Besuch vom Arzt, Elefantin Sabah wird auf die Geburt ihres Babys vorbereitet, eine Bärin namens Mäuschen lebt mit einer Katze namens Muschi zusammen. Neben den bekannten Tieren kommen aber auch solche vor die Kamera, die nur wenige Menschen kennen. Okapis zum Beispiel. Das sind Kurzhalsgiraffen aus Zentralafrika und weil es so wenige von ihnen gibt, muss Okapi Henry auf Fortpflanzungstournee gehen und gleich zwei Giraffen-Damen in Wuppertal beglücken.

Geschichten gibt es genug zu erzählen aus dem artenreichsten Zoo der Welt und Europas größtem Landschaftstiergarten. Doch das erfordert eine riesige Produktion: Seit Anfang März sind sieben Tage pro Woche acht Kamerateams im Zoo und im Tierpark unterwegs, um die Pfleger bei ihrer Arbeit zu begleiten. In 80 Tagen sollen 40 Folgen entstehen. Eine Verlängerung ist nicht ausgeschlossen. Bisher liefen die Tier-Doku-Soaps der ARD mit großem Erfolg. Auf dem Sendeplatz, den jetzt die Berliner Zoogeschichten füllen, schauten 2,5 Millionen bei „Elefant, Tiger & Co.“ aus dem Leipziger Zoo und „Pinguin, Löwe und Co.“ aus dem Allwetterzoo in Münster zu.

„Lass erst mal rutschen, wir haben Zeit“ sagt Tierpfleger Ronald Richter zum Brillenpelikan, als der die Fische nicht so schnell schlucken kann. Solche Monologe mit den Tieren machen den Charme von „Panda, Gorilla und Co.“ aus – der Blick hinter die Gehege auf das Miteinander von Pflegern und Tieren, das dem Zoobesucher sonst verborgen bleibt.

„Panda, Gorilla und Co.“,

ab heute werktags 16 Uhr 10, ARD

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben