Mobile Scouts : Leser testen das mobile Surfen

Wie verändert das Smartphone den Alltag? Zehn Tagesspiegel-Leser haben zusammen mit dem Mobilfunkanbieter Base Anwendungen rund ums Multimedia-Handy und das mobile Surfen getestet. Hier berichten Sie über ihre Erfahrungen.

Thorsten Scheimann
Boom. Bis Jahresende werden in Deutschland über acht Millionen Smartphones verkauft sein. Über 750 Millionen Apps wurden dieses Jahr heruntergeladen. Foto: dpa
Boom. Bis Jahresende werden in Deutschland über acht Millionen Smartphones verkauft sein. Über 750 Millionen Apps wurden dieses...Foto: picture alliance / dpa-tmn

Von ihrem Smartphone ist Marion Schlodt begeistert. „Es kann fast alles, außer fliegen. Ich nutze es, um Termine zu speichern, Bilder zu sehen, Musik zu hören, unterwegs im Netz zu surfen und um E-Mails zu lesen“, schreibt sie. Sechs Wochen lang haben Marion und neun weitere Leser und Leserinnen des Tagesspiegels zusammen mit dem Mobilfunkanbieter Base das mobile Surfen mit dem Apple iPhone und Samsung Galaxy im Alltag getestet. In einem eigenen Weblog berichteten sie in dieser Zeit, was sie mit ihren Smartphones erlebt haben, ob das mobile Surfen ihren Alltag verändert hat und welche Anwendungen ihnen besonders ans Herz gewachsen sind.

Im Trend

Warum sollte es überhaupt ein Smartphone sein? Die Geräte zeichnen sich durch ihre enorme Multifunktionalität aus. Neben dem Telefonieren bieten sie die Möglichkeit, Fotos zu machen, Musik zu hören, oder auf hochauflösenden Displays Videos anzusehen. Die Besonderheit liegt jedoch in der Fähigkeit, mit ihnen jederzeit ins Internet gehen zu können. Das Smartphone kann durch eine Vielzahl von Anwendungen, den sogenannten Apps, auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten werden. Durch diese Eigenschaften bieten Smartphones die Grundlagen zur mobilen Büro- und Datenkommunikation in einem Gerät. Damit liegen die Multitalente momentan schwer im Trend. Bis Jahresende werden in Deutschland nach Branchenerwartung über acht Millionen Exemplare verkauft sein. Über 750 Millionen Apps wurden dieses Jahr heruntergeladen.

In der Hand, wieder ans Netz

Einige Grundprogramme sind auf dem iPhone und dem Galaxy ab Werk vorinstalliert. Weitere kostenlose und -pflichtige Apps finden sich im App-Store von Apple und im Android-Market von Google. Apple hat mit über 250 000 Angeboten etwa 100 000 Apps mehr als der Android-Market im Angebot. Die Handhabung der Installation und Menüführung ist allen Scouts leichtgefallen, mitunter dauerte es jedoch mehrere Stunden, bis Apps vom Android-Market auf das Galaxy heruntergeladen waren. Begeistert hat die Mobilen Scouts der Touchscreen, der bei beiden Modellen die Tastatur ersetzt. „Er ist perfekt, reagiert sehr präzise und nach kurzer Eingewöhnung ist es, als hätte man nie etwas anderes in der Hand gehabt“, schreibt Susanne Reuber. Nur das ewige Scrollen aufgrund der Displaygröße fanden die Scouts etwas gewöhnungsbedürftig. Als Manko sahen sie auch die niedrige Akkulaufzeit. Werden die Smartphones regulär genutzt, müssen sie jeden Tag ans Netz.

Wartezeiten verkürzen

Während der sechs Wochen haben die Mobilen Scouts die unterschiedlichsten Apps getestet. Beliebt waren die Apps des Öffentlichen Personennahverkehrs in Berlin. „Wartezeiten lassen sich vermeiden, verkürzen, alternativ nutzen“, schreibt Robert Wilken. Die Smartphones lassen sich auch als Navigationsgeräte, Restaurantfinder, Wein-Sommeliers, Einkaufsberater, Übersetzer oder Onlinezeitung nutzen. In jedem Fall hilft es, sich vorab im Netz über die Qualität der Apps zu erkundigen. Besonders die Tatsache, überall seine Mails und sozialen Netzwerke abrufen zu können, bewerten die Scouts positiv. Jini Srisuphannaraj sieht hier auch eine Gefahr: „Es ist allzu verführerisch, ,nur mal eben’ das Smartphone zur Hand zu nehmen und schnell etwas nachzuschauen.“

Organisation und Grenzen

Ein Smartphone lässt sich ideal als Organizer verwenden. Praktisch ist beispielsweise die Synchronisierung des Google-Accounts eines Nutzers mit dem Samsung Galaxy. Mobile Scout Doreen Kröber sieht jedoch auch Grenzen des mobilen Büros. Während eines Meetings sollte ihr Samsung ihr Netbook ersetzen. Ihr Fazit: Die Seiten laden zu lange, der Empfang bricht gelegentlich ab und die Schrift ist zu klein. „Die Zeit, die mir dabei in meiner Aufmerksamkeit für die Diskussion flöten geht, ist für mich unbefriedigend.“

Multimedia und Spiele

Ein Smartphone bietet nicht nur Nützliches, sondern vor allem auch Spaß. Sowohl das iPhone als auch das Samsung Galaxy lassen sich als MP3-Player und Web- beziehungsweise Ukw-Radio benutzen. Klanglich sind beide Geräte laut den Mobilen Scouts gut – wenn die Kopfhörer benutzt werden. Ansonsten klingt es mitunter blechern, wie Karin Götze zu berichten weiß. Kurzweil versprechen auch viele Spiele-Apps. So bezeichnet Heinrich Schulze Altcappenberg das Spiel DoodleJump als „eine fein dosierte, harmlose, doch wirksame Droge“.

Preis und Ausblick

Insgesamt ähneln sich das iPhone 4 und das Galaxy GT-1600 in der Funktionalität. Mit 519 Euro ist das iPhone jedoch preislich höher angesiedelt als das Samsung Galaxy, welches schon ab 440 Euro zu haben ist. Zum anderen arbeiten die Smartphones mit verschiedenen Betriebssystemen. „Apple hat ein eher abgeschlossenes System, das Samsung ist mit Android offener und lässt auch Raum für Änderungen an den Programmen“, sagt Lutz Labs vom Computermagazin c’t. Gewinnerin der Smartphone-Aktion von Tagesspiegel und Base ist: Marion Schlodt. Sie hat bis zum Schluss ausdauernd und mit viel Humor über ihre Erlebnisse im Mobile-Scout-Blog auf tagesspiegel.de berichtet und darf sich jetzt über das Samsung Galaxy GT-1600 sowie eine Zwei-Jahres-Base-Flatrate sowohl fürs Surfen im Internet als auch für die Telefonkosten freuen. Ihr Fazit: „Man braucht das Smartphone nicht zwingend, aber es ist das schönste Spielzeug, was ich bisher hatte, und es ist in vielen Situationen unglaublich nützlich gewesen.“

Lesen Sie alle Berichte unter www.tagesspiegel.mobile-scouts.de.

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