Medien : Moderationen ohne Genitiv

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Herr Janke, worüber haben Sie sich in der vergangenen Woche in den Medien am meisten geärgert?

Kein Spezial- und Großverdruss diese Woche, mittleres Leiden allenfalls: Am hoch geschätzten Grimme-Preis etwa, der seinen Lorbeer teils „mit Gold“ verteilt, teils ohne, und so eine schöne Auszeichnung (für die Laureaten) unschön klassifiziert. Am medialen Empörungspopulismus, der auf Jürgen Klinsmann noch dort niedergeht, wo dem Manne publizistisch Schutz geboten wird. Und schließlich und immer am grassierenden Moderationsdeutsch, das von richtigen Betonungen so wenig weiß wie von Genitiv und Konjunktiv …

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Ach, die einzig wahre Medienfreude kommt doch immer wieder aus den Kolumnen der Herren Hacke, Martenstein, Henrichs, Unterstöger, Zippert beispielsweise, die Gedanken haben wie nicht jeder und das Sprachvermögen, diesen fehlerfrei zu entsprechen. Und so spenden sie den Spaßtrost, ohne den der alltägliche Wahnsinn nicht zu ertragen wäre, und sorgen beiläufig für Richtigstellungen aller Art. Augenblicksweise, aber immerhin.

Hans Janke ist

Fernsehspiel-Chef

und stellvertretender

Programmdirektor des ZDF.

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