Moderator Thomas Gottschalk : „Ich neige nicht zu düsteren Gedanken“

Am 18. Mai wird Thomas Gottschalk 65. Das macht dem Moderator nichts aus, vielmehr neigt er zu Festspielen um die eigene Person. Autobiografie, Lesungen, riesige Geburtstagsparty - Gottschalk weiß zu unterhalten. Ein Porträt.

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Nun gibt es kein Entkommen mehr. Weder für das Publikum noch für Thomas Gottschalk selbst. Am 18. Mai wird er 65. Nicht, dass der ewig blonde Moderator darüber grau werden wird. Er betrachte das Altern „mit dem gleichen Unernst wie alles, was mir bisher passiert ist. Ich neige nicht zu düsteren Gedanken“. Aber zu Festspielen um die eigene Person. Der Verkauf seiner bald erscheinenden Autobiografie „Herbstblond“ wird mit einem „Bild“-Vorabdruck befeuert, Lesungen sind angesetzt, RTL wird eine Geburtstagssendung ausrichten. Das große Publikum wird ihm das gönnen – Gottschalk hat sich stets bemüht, Zuschauer und Zuhörer aufs Beste zu unterhalten.

Das hat ihn populär gemacht – 98 Prozent der Deutschen kennen den gebürtigen Bamberger – und wohlhabend dazu, sein Vermögen wird auf 85 bis 130 Millionen Euro geschätzt. Der Sohn eines Rechtsanwalts in Kulmbach hat sich das erarbeitet. Mittelmäßiger Schüler, Lehramtsstudent in München, seit 1971 freier Mitarbeiter beim BR-Hörfunk. Als Moderator von „Pop nach acht“ hat er seine späteren Qualitäten entdecken und präsentieren können: Er hatte Witz, er plauderte schlagfertig drauflos, scheute kaum eine Frechheit.

Gottschalk machte sich Europas größte Fernsehshow zu eigen

Gottschalk machte sich daran, erst die Radio- und dann die Fernsehunterhaltung zu entstauben. Das ZDF wurde sein Haussender. Was mit „Na sowas!“ 1982 begann, mündete 1987 in die ganz große Chance und Herausforderung – er übernahm vom Erfinder Frank Elstner „Wetten, dass..?“. Gottschalk machte sich Europas größte Fernsehshow zu eigen, mit großer Geste, großer Klappe und großartigen Outfits, eine Vorliebe, die er mit seiner Frau Thea, verheiratet sind die beiden seit 1976, teilt.

Seinen grassierenden Erfolg kommerzialisierte der Entertainer in Filmchen mit Mike Krüger und in Gummibärchen-Werbung. Gottschalk here, Gottschalk there, Gottschalk everywhere. Um die beiden Söhne vor dem Medienrummel zu schützen, zog Gottschalk mit Familie ins kalifornische Malibu. Dazu passend kaufte der Großfürst der TV-Unterhaltung ein Schloss am Rhein. Nach dem Unfall von Samuel Koch verließ er „Wetten, dass..?“ Ende 2011. Seither gibt es Thomas Gottschalk eine Nummer kleiner. Im ARD-Vorabend scheiterte er grandios, sein Freund Günther Jauch rettete ihn zu RTL.

Der Fernsehruhm wurde kleiner, Thomas Gottschalk aber bleibt: ein Showmaster in der Klasse der Carrells und Kulenkampffs. Von eigenem Gewicht.

Thomas Gottschalk steht bei der Aufzeichnung seiner RTL-Show "Back To School - Gottschalks großes Klassentreffen" auf der Bühne. Foto: dpa
Thomas Gottschalk steht bei der Aufzeichnung seiner RTL-Show "Back To School - Gottschalks großes Klassentreffen" auf der Bühne.Foto: dpa

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