Medien : Moderne Zeiten

Christian Schröder freut sich über

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Was wir von den Alten lernen können: Frohsinn. „Es war was los in jener Zeit, das war, was ich zu sagen hätte“, sagt Hermann Müller, 99. Er trägt ein Hemd mit hochgeschlossenem Kragen und eine Bürstenfrisur, seine Stimme hüpft im rheinischen Singsang. Vor 80 Jahren hatte er kein Geld, um die Wohnung zu heizen, deshalb tanzte er am Ku‘damm Charleston. Die erste Überraschung der dreiteiligen ARDDoku „Die Zwanziger Jahre“: Wie viele Zeitzeugen die Autoren noch auftreiben konnten. Die zweite: die gute Laune dieser Jahrhundertköpfe. Kurt Engler, Jg. 09, sitzt vor einem Gummibaum und erzählt, wie er die Elektrizität in Form einer Pendellampe in ein sächsisches Bauernhaus brachte. Die Bäuerin war entsetzt, der Bauer überzeugte sie: „Dann kannst Du endlich die Flöhe in unserem Bett sehen.“ Irmgard Wolf, Jg. 13, funkelnde Halskette: „Man spürte, die ganze Welt ist im Aufbruch.“ Die Zwanziger endeten in der Depression, was folgte, war noch schlimmer. Am Ende eines langen Lebens wissen die Alten: Es war ihre beste Zeit.

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