Medien : Mohren fristlos entlassen

Schmiergeldaffäre: Jürgen Emig weiter in U-Haft

-

Der Mitteldeutsche Rundfunk hat seinen wegen Schmiergeldvorwürfen suspendierten Sportchef Wilfried Mohren fristlos entlassen. Vorangegangen war die Auswertung der Ermittlungsakten, teilte der Sender mit. Der 47Jährige sei für den MDR untragbar geworden, sagte Intendant Udo Reiter. „Die zusammengetragenen Beweismittel sind erdrückend.“ Die bereits angelaufenen internen Untersuchungen sollen verschärft werden. Mohren befindet sich seit vergangener Woche in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen gegen ihn wurden durch die Schmiergeldaffäre beim Hessischen Rundfunk um den früheren Sportchef Jürgen Emig ausgelöst.

Gegen Mohren läuft ein Ermittlungsverfahren in besonders schwerem Fall. Nach bisherigem Stand soll Mohren rund 150 000 Euro von Firmen für die Ausstrahlung spezieller Sportveranstaltungen erhalten haben. Außerdem hatte der Sportreporter einen – nicht genehmigten – Kooperationsvertrag mit der Energiedienstleistungsfirma Techem AG, wobei der Journalist für Moderationen insgesamt 100 000 Euro bekommen hat.

Jürgen Emig bleibt vorerst wegen Verdunkelungsgefahr in Untersuchungshaft. Das Amtsgericht Frankfurt hat nach einem Haftprüfungstermin am Donnerstag keine Entscheidung gefällt, sagte Gerichtssprecher Claus Ullrich. Der Beschluss des Ermittlungsrichters soll am Freitag oder Montag verkündet werden. Emig wird im Zusammenhang mit Sportübertragungen Bestechlichkeit und Betrug vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft hat ihren Haftantrag um weitere Vorwürfe erweitert. Emig sitzt im Untersuchungsgefängnis in Weiterstadt. Er soll mit seinem Geschäftspartner Harald Frahm von Sportveranstaltern Geld als Gegenleistung für die Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Senders angenommen haben. Nachdem Emig in der vergangenen Woche ein Teilgeständnis abgelegt hatte, kam Frahm in Untersuchungshaft, zugleich wurde der auf gewerbsmäßige Bestechlichkeit und Beihilfe zum Betrug lautende Haftbefehl um Untreue und Steuerhinterziehung erweitert. Nach Emigs Teilgeständnis hatte der HR eine fristlose „Verdachtskündigung“ ausgesprochen. dpa/Tsp

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben