Medien : Monks unwürdiger Erbe: die Serie „Psych“

Seinen Nachtisch bekam Klein-Shawn nur, wenn er mit geschlossenen Augen aufzählte, was für Kopfbedeckungen andere Restaurantgäste trugen. Dieser Aufmerksamkeitsdrill durch seinen Polizistenvater hat Folgen: Als Erwachsener verweigert Shawn Spencer – Protagonist der Serie „Psych“ – Leistung, wo er kann, und wird ein rechter Hallodri, allerdings einer mit brillanter Beobachtungsgabe. Regelmäßig gibt er der Polizei Hinweise zur Verbrechensaufklärung – wie es sich für einen Hallodri ziemt, vom schummrigen Sofa aus, zwischen heißen Küssen einer Blondine. Sein Wissen rühre daher, dass er Hellseher sei, behauptet Shawn, und in der Pilotfolge lässt ihn die Polizeichefin als Test eine Entführung aufklären. Sonderlich zielführend scheint seine Methode nicht: Ob sie einen Freund habe, lautet seine einzige Frage an die Schwester des Entführten.

In den USA liefen „Monk“ – die Krimiserie um den Privatermittler und Multiphobiker – und „Psych“ im Doppelpack, in Deutschland bekommt „Psych“ bei RTL den bisherigen „Monk“-Sendeplatz. Offenbar soll die „Psych“-Figur der bessere Monk sein – schrullig und dazu noch schnittig. Zumindest wurde Hauptdarsteller James Roday vom „People Magazin“ unter die 100 schönsten Menschen gewählt. Nun ist es aber so, dass attraktive Personen es nicht nötig haben, auch noch mit Witz zu glänzen – wofür „Psych“ mit seinem klamaukig-überdrehten Helden den Beweis liefert. rik

„Psych“, RTL, 22 Uhr 15

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