Multimedia Award : Saurier und Szenevideos

Berlin beim Multimedia Award erfolgreich: Formate, die Preise eingeheimst haben und Ideen, die wirtschaftlich sind.

Kurt Sagatz

Der Blick in eines der sieben 3-D-Teleskope im großen Saal des Museums für Naturkunde in der Berliner Invalidenstraße ist gewöhnungsbedürftig. Statt in die Ferne blickt man in die Vergangenheit, als Dinosaurier die Erde beherrschten. Werden die „Juraskope“ über die Echsen geschwenkt, fangen die Skelette zu leben an, wachsen Fleisch, Sehnen, Haut, bis sich die Dinos in den Kampf stürzen. Das Szenario ist so beeindruckend, dass die Humboldt-Universität und die Berliner Multimedia-Agentur Art+Com dafür am Mittwochabend den Deutschen Multimedia Award 2008 in der Kategorie „Multimedia-Installationen“ überreicht bekamen.

Es war nicht der einzige Preis, der in Berlin blieb. Gleich zwei Awards ergatterte die Berliner Agentur Aperto auf dem 16. Deutschen Multimedia-Kongress. Zum einen für einen Auftrag für den Nachrichtensender n-tv. Deren „n-tv-Videonews kompakt“ überzeugten in der Kategorie „Mobile Anwendungen“. Komplett in Berlin bleibt der zweite Award für Aperto. Denn von der Jury wurde auch das Berliner Internet-Stadtmagazin Watch Berlin prämiert. Das Portal wird von der AVE Gesellschaft für Fernsehproduktion betrieben, die wie der Tagesspiegel zur Verlagsgruppe von Holtzbrinck gehört. Den Preis erhält Watch Berlin in der Kategorie „IPTV und Bewegtbild“. Zu den Besonderheiten des Online-Magazins mit seiner neunköpfigen Redaktion gehört, dass es sich mit den professionell gemachten Videos bewusst von Plattformen wie Youtube absetzt. Selbst für die von Nutzern eingereichten Videos wird eine Mindestmaß an inhaltlicher und technischer Qualität erwartet, wie WatchBerlin-Projektleiter Mathias Richel sagt.

Einen Berlinbezug hat auch der Preisträger in der Kategorie „Corporate Communications“. Für die Internetpräsenz www.gasag-city.de wird neben dem Berliner Energieversorger die Agentur upside relationship marketing ausgezeichnet.

Die Umsätze der deutschen Internet- und Multimedia-Dienstleister sind 2007 durchschnittlich um 19 Prozent gestiegen, vor allem Werbung in mobilen Medien und mit Bewegtbildern legte kräftig zu, sagte der Präsident des Bundesverbandes der digitalen Wirtschaft, Arndt Groth, dem Tagesspiegel. Die bessere Verfügbarkeit von Breitbandverbindungen zu Flatratepreisen lasse die Menschen entspannter surfen. Werbung mit bewegten Bildern erzeuge einen fast haptischen Eindruck von den Produkten. „Immer mehr Angebote landen so nicht nur im Warenkorb, sondern auch an der Internetkasse“, sagte Groth. Kurt Sagatz

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben