Medien : Musiksender: Konkurrenz liegt in der Luft

jbh

Der Zweikampf zwischen den deutschsprachigen Musiksendern MTV und Viva geht in eine neue Runde. MTV Deutschland will mit der neuen Geschäftsführerin Catherine Mühlemann, 34, ab 1. Mai erneut angreifen. Mühlemann, bislang Programmleiterin beim Schweizer Privatfernsehen TV 3, ist Nachfolgerin von Christiane zu Salm, die zum Sender TM 3 gegangen ist. "Wir haben jemanden gesucht, der sich im kommerziellen Fernsehen auskennt, Ahnung von internationalen Zusammenhängen hat und auch mit geringen finanziellen Mitteln Erfolg haben kann", sagte Europa-Geschäftsführer Simon Guild. Eigenproduktionen soll es weiterhin geben. Zum Verantwortungsbereich der neuen MTV Deutschland-Chefin zählen auch der Sender VH 1 für ein älteres Publikum und die Internet-Aktivitäten. Verkaufsgerüchte für VH 1 dementierte Guild und kündigte einen "Relaunch" an.

Konkurrent Viva will seine Sender neu organisieren. Nach Angaben von Viva-Programmchef Stefan Kauertz wird der Hauptsender Viva Elemente von Viva 2 übernehmen. Aus Viva 2 wird laut Kauertz "ein jugendorientiertes Programm, wahrscheinlich ohne Musik". Die Strategie, den Konkurrenten MTV mit zwei Musikkanälen "in die Zange zu nehmen", sei erfüllt, ergänzte eine Sprecherin. Nicht auszuschließen ist nun ein Einstieg der RTL-Gruppe (Bertelsmann-Konzern) bei Viva, um bei der Neuausrichtung von Viva 2, die für den Sommer angepeilt wird, ein gewichtiges Wort mitzureden. In Planung sei ein Entertainment-Kanal. Auch die "graue Maus" - der Musiksender Onyx - soll von RTL umworben werden.

Das börsennotierte Viva und MTV liegen in der Reichweite seit Herbst 2000 gleichauf. Beide Kanäle erreichen nach der Astra-Aufschaltung von Viva 30 Millionen Haushalte. Vor der Satelliten-Verbreitung von Viva schalteten mehr Menschen MTV (4,54 Millionen pro Tag) ein als den Konkurrenten aus Köln (4,37 Millionen).

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