Medien : N 24: "Sog der Hauptstadt"

Joachim Huber

Der Ausbau Berlins zur deutschen Informations-Kapitale geht weiter. Am 28. Dezember wird der Nachrichtensender N 24 ins Berliner Kabelnetz eingespeist und ersetzt dort das analog ausgestrahlte Programm von Premiere World. Damit wird das Angebot an Informations-Kanälen noch breiter: Mit BBC World, CNN, n-tv und N 24 konkurrieren vier Sender um die Zuschauer.

Für N 24 stehen auch in anderer Hinsicht turbulente Zeiten an: Bis Sommer 2001 wird der Nachrichtensender aus der ProSieben Sat 1 Media AG seine Politik- und Wirtschaftsberichterstattung in Berlin konzentrieren und mit dem News-Bereich von Sat 1 zusammengelegen. Berlin somit zur Nachrichten-Zentrale der Senderfamilie, sämtliche Nachrichten für Sat 1, Pro 7, Kabel 1 und N 24 werden am Hausvogteiplatz produziert. Entsprechend wird der bisherige Sat 1-Chefredakteur Jörg Howe neben Ulrich Ende zweiter Geschäftsführer von N 24.

Claus Larass, Vorstand Information, Nachrichten und politische Sendungen der Senderfamilie, erwartet von Berlin "einen anderen Journalismus, frecher, pfiffiger, noch mehr vom Wettbewerb geprägt". Was heute noch im "Spesen-Kosmos" des Restaurant "Borchardt" stattfinde, werde sich bald über die gesamte Mitte Berlins ausbreiten. Am Engagement der Kirch-Gruppe in der Hauptstadt zeige sich die Bereitschaft "zu einer Informationsoffensive, die all unsere Sender erfassen wird". Sat 1 zum Beispiel wird im nächsten Jahr das wieder und wieder angekündigte Nachrichtenjournal um Mitternacht bekommen. Zudem würden die Informationssendungen aller Programme qualitativ vor allem mit gesellschaftspolitischen Themen aufgewertet, kündigte Larass an. Dem Journalismus in Berlin sagte er eine große Zukunft voraus: "Dem Sog der Hauptstadt wird sich keiner entziehen können und entziehen wollen", noch nicht einmal die "Magazine und Produkte aus Hamburg, die von kaufmännischer Leidenschaftslosigkeit geprägt sind".

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