Medien : n-tv verliert massiv an Qualität

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Herr Leif, worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien am meisten geärgert?

Der Sender n-tv ist einmal mit dem hohen Anspruch eines Nachrichtensenders gestartet, der schnell, vollständig und umfassend über die wichtigsten Ereignisse informiert. Von diesem Anspruch ist leider nur noch die Anmutung geblieben. Der rigide Sparkurs und die „cost-cutting-Programme“ drücken massiv und spürbar die Qualität des Programmangebotes. Zum Glück gibt es noch die gut gemachten Info-Radios, die kurz vor einer großen Renaissance stehen.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Mein Tages-Favorit ist nicht nur in dieser Woche „Kulturzeit“ um 19 Uhr 20 auf 3sat. Keine Eintagsfliege, sondern ein Programm auf kontinuierlich hohem Niveau mit Überraschungscharakter und Aufklärungsimpulsen. Der weit gefasste Kulturbegriff der Redaktion sorgt dafür, dass die „Umkehr der Wichtigkeiten“ in der kleinen Lerchenberg-Oase noch nicht angekommen ist. „Kulturzeit“ ist eine fulminante Volkshochschule, die nicht nur die Bildungsbürger von der verspielten Hochkultur in die Sumpfgebiete

des politischen Alltags führt. „Kulturzeit“ koppelt Zuschauer vom Tropf der Agenturen ab und verführt sie zur schöpferischen Zerstörung von Klischees und vom Denken in Einbahnstraßen.

Thomas Leif ist

Chefreporter Fernsehen beim Landessender Mainz des

Südwestrundfunks und Vorsitzender von

„Netzwerk Recherche“

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