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Nach Abstoß von "Morgenpost" und "Abendblatt" : Verlegerin Friede Springer: Zeitungsverkauf war „unumgänglich“

Erstmals äußert sich nun Friede Springer zu dem Millionen-Deal, bei dem Regionalzeitungen und Zeitschriften an die Funke Mediengruppe verkauft worden sind. Die Verlegerin gibt "Bild" und "Welt" eine Bestandsgarantie - zumindest so lange sie mitzubestimmen hat. Doch im Ausland geht der Ausverkauf weiter.

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Verlegerin Friede Springer zusammen mit Springer-Chef Mathias Döpfner (l.) und Vorstandsmitglied Dr. Andreas Wiele.
„Das Alte ist vergangen, wirklich vergangen“: Verlegerin Friede Springer zusammen mit Springer-Chef Mathias Döpfner (l.) und...Foto: dpa

Nach dem millionenschweren Mega-Deal der Axel Springer AG hat sich jetzt erstmal die Verlegerwitwe und Hauptaktionärin Friede Springer geäußert: Der Verkauf mehrerer deutscher Regionalzeitungen und Zeitschriften wie "Berliner Morgenpost", "Hamburger Abendblatt" und "Hörzu" an die Essener Funke Mediengruppe sei „unumgänglich“ gewesen. Die Entscheidung sei schwer gefallen, sie sei aber auch eine logische Konsequenz aus der Entwicklung des Marktes gewesen, sagte Springer der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ („FAS“).

Sie verfolge die Entwicklung auf dem Zeitungsmarkt seit Jahren und sehe die täglichen Zahlen, sagte die Verlegerin. Mit Blick auf die Geschichte des Verlagshauses fügte sie hinzu: „Das Alte ist vergangen, wirklich vergangen“.

Für insgesamt 920 Millionen Euro hatte der Springer-Konzern am Donnerstag seine Regionalzeitungen sowie seine Programm- und Frauenzeitschriften an die Funke Mediengruppe verkauft, die unter anderem die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ herausgibt. Das Bundeskartellamt muss den Verkauf noch zustimmen.

",Welt' und ,Bild' werden nicht angetastet"

Friede Springer versicherte jedoch, dass der Konzern an den verbliebenen Titeln „Bild“ und „Welt“ festhalten wolle: „Solange ich als Mehrheitsaktionärin hier etwas zu sagen und mitzubestimmen habe, werden die Welt- und die Bild-Gruppe nicht angetastet.“ Beide Zeitungen sollten vielmehr gestärkt werden.

Eine rote Ampel vor dem Axel-Springer-Hochhaus in Berlin.
Es geht nicht weiter: Springer trennt sich auch in Frankreich von Print-Titeln.

Währenddessen betreibt Springer den Ausverkauf jedoch weiter: Wie am Samstag bekannt wurde, hat der Konzern sich jetzt auch von mehreren französischen Zeitschriften getrennt. Der französische Verlag PGP sei an das Unternehmen Reworld Media verkauft worden, sagte ein Springer-Sprecher dem Branchenblatt "New Business". PGP verlegt in Frankreich Frauenmagazine sowie Koch- und Fernsehzeitschriften, darunter die Titel "Télé Magazine" und "Vie Pratique Féminin".

Dem Bericht zufolge will Springer sich auch in Frankreich stärker auf das Digitalgeschäft konzentrieren. Erst Donnerstag hatte der Verlag den an die Funke-Mediengruppe bekannt gegeben. Der Konzern begründete dies mit der Fokussierung auf die Digitalaktivitäten. sal/dpa/AFP

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