Nach dem "Cicero"-Urteil : Besserer Schutz für Journalisten

25.08.2010 19:51 Uhr

Die Bundesregierung will die Pressefreiheit stärken. Warum es künftig nicht mehr strafbar sein soll, zugespieltes Material zu veröffentlichen.

Journalisten sollen nicht mehr wegen Beihilfe zum Geheimnisverrat verfolgt werden können, wenn sie ihnen zugespieltes Material veröffentlichen. Das sieht ein am Mittwoch vom Bundeskabinett in Berlin beschlossener Gesetzentwurf vor. Damit werden die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts aus dem sogenannten Cicero-Urteil 2007 umgesetzt.

Die Richter hatten entschieden, dass eine Razzia beim Magazin „Cicero“ 2005 gegen das Grundgesetz verstieß. Durchsuchungs- und Beschlagnahmeaktionen seien verfassungswidrig, wenn sie allein dem Zweck dienen, die undichte Stelle etwa in einer Behörde zu finden, über die vertrauliche Informationen an die Medien gelangt sind.

Die Staatsanwaltschaft hatte damals ermittelt, weil in einem Artikel aus einem Bericht des Bundeskriminalamtes zitiert wurde, der als „Verschlusssache“ gekennzeichnet war.  Bei der geplanten Neuerung geht es um eine Ergänzung des Paragrafen 353b im Strafgesetzbuch. Darin wird Amtsträgern, die ein Dienstgeheimnis verraten, mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren gedroht. Die Staatsanwaltschaften nutzen den Paragrafen auch, um gegen Medien vorzugehen. Künftig soll ein neuer Absatz die Anwendung der „Beihilfe zum Geheimnisverrat“ ausschließen. Kein Journalist soll sich mehr strafbar machen, wenn er Material veröffentlicht, das ihm zugespielt wurde.

Der Entwurf sei ein klares Bekenntnis zu einer freien, unabhängigen Presse, sagte Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP): „Medienangehörige müssen ihre Aufgabe als ,Vierte Gewalt’ zur Kontrolle des staatlichen Handelns ungehindert ausüben können.“ Der Vorsitzende des Deutschen Journalisten Verbandes, Michael Konken, sagte: „Der Gesetzentwurf gibt der Pressefreiheit in Deutschland Auftrieb und hilft dem Informantenschutz.“dpa/epd

Umfrage

Welche überregionale Nachrichtensendung bevorzugen Sie?

Foto:

Egal ob "Hard and Heavy" oder seicht und leicht. Unsere Kulturredakteure berichten von ihren Konzerterlebnissen. Ehrlich und ungeschönt.

Konzertkritiken
Service

Empfehlungen bei Facebook

Umfrage

Aserbaidschan ist Austragungsort des European Song Contest. Sollte Deutschland teilnehmen?

Im Netzwerk: Für Unternehmen und Freiberufler wird Social Media immer wichtiger. Foto: dpa

Social Media, Vernetzung und Reichweite – wie die sozialen Netzwerke unser Leben verändern.

Social Media

Weitere Themen

Tagesspiegel-Abo

Foto:

Werden Sie Tagesspiegel-Abonnent und sichern Sie sich tolle Prämien. Spezielle Angebote finden Sie in unserem Aboportal.

Leser werben Leser - Vermitteln Sie einen neuen Tagesspiegel-Leser und wählen Sie Ihre Wunschprämie.

Studentenabo - Profitieren Sie von unseren günstigen Studentenangeboten.

Probeabo - 14 Tage kostenlos den Tagesspiegel lesen.

Tagesspiegel App für iPhone und iPad.

Aboservice - Ob Urlaub, Umzug oder Schwierigkeiten bei der Zustellung - wir helfen Ihnen weiter.

Tagesspiegel Abo

Wikileaks

Artikel über die Enthüllungsaktivisten und ihren Gründer Julian Assange. - Die größten Enthüllungen, die schlimmsten Skandale.
Mehr zum Thema.

Biowetter, Deutschlandwetter und internationales Wetter, Niederschlagsmengen, Reisewetter und aktuelle Satellitenbilder. Behalten Sie das Wetter im Griff!

Tagesspiegel Wetterseite