Nach dem deutschen ESC-Debakel : Erst die Songs, dann die Interpreten

Der ESC-Beauftragte der ARD, Thomas Schreiber, will den Vorentscheid reformieren - und kritisiert die Vorjahreskandidatin Ann-Sophie.

ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber
ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas SchreiberFoto: NDR/Marcus Krüger

Der ESC-Beauftragte der ARD, Thomas Schreiber, hat sich nach Tagen des Schweigens zum deutschen Desaster beim Eurovision Song Contest doch noch geäußert. Er wolle den Modus des deutschen Vorentscheids zum Eurovision Song Contest erneut ändern. „Unser Hauptziel wird die Suche nach ESC-Songs sein. Dazu suchen wir Interpreten, dann kümmern wir uns um die Inszenierung“, sagte der ARD-Unterhaltungskoordinator dem Redaktions-Netzwerk Deutschland. „Das Publikum wird final entscheiden.“

Beim ESC in diesem und im vergangenen Jahr hatte Deutschland den letzten Platz belegt. Schreiber sieht als Gründe für das schlechte Abschneiden unter anderem die Ausrichtung des deutschen Vorentscheids: „Das hat damit zu tun, dass wir, anders als etwa 2010 bis 2012, nicht die Lieder aus einem internationalen Pool von mehreren hundert Songs ausgesucht haben, sondern Künstler mit Liedern gesucht haben.“ Zum Erfolg beim ESC gehöre auch Glück. „Ein Sieg lässt sich nicht am Reißbrett konstruieren.“

Einen Rückzug schließt er aus

Schreiber, der kurz nach dem Event in Stockholm analysierte, dass es international eher auf Unverständnis gestoßen sei, dass ein Manga-Mädchen aus Deutschland angetreten sei, möchte also wieder an der Vorauswahl schrauben. Als eine Pleite will er den ESC als „musikalische Unterhaltungssendung und die erfolgreichste Show des Jahres im Ersten“ angesichts von neun Millionen Zuschauern nicht verstanden wissen, einen Rückzug schließt er aus.

Eiszeit herrscht indes zwischen Schreiber und der Kandidatin des vergangenen Jahres, Ann-Sophie, oder wie der Unterhaltungskoordinator der ARD mittlerweile bevorzugt sagt: „Frau Dürmeyer“. Ihre Kritik, wonach der Sender sie nach dem ESC habe fallen lassen, wehrt Schreiber ab. „Frau Dürmeyers Erinnerung und die meiner Kollegen von Universal und Brainpool, auch meine eigene, unterscheiden sich doch sehr.“ Schreiber verweist darauf, dass es eine zweite Single mit Video geben sollte, die Vorstellungen bezüglich der Kosten auseinander gingen. meh

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