Nach der Hackerattacke : Sony-Anwälte drohen US-Medien

Nach dem Hackerangriff auf Sony werden immer neue peinliche Details aus dem Filmgeschäft bekannt. Nun reagiert der Konzern - mit Drohungen gegen US-amerikanische Medien.

Quantum of Solace
Daniel Craig in "Quantum of Solace". -Foto: Promo

Mit juristischen Drohungen will das Hollywood-Studio Sony Pictures die Flut von Enthüllungen stoppen, nachdem Hacker interne Unterlagen erbeutet hatten. Mehrere US-Medien erhielten am Sonntag einen Brief von einem Anwalt des Film-Konzerns mit der Aufforderung, keine weiteren Berichte aus dem Material zu veröffentlichen. Außerdem sollen sie die Kopien in ihrem Besitz löschen, wie aus einer vom Technologieblog „Recode“ veröffentlichten Version des Briefs hervorgeht. Bei weiteren Berichten werde Sony Pictures die Medien für eventuelle Verluste oder Schäden durch die Veröffentlichungen haftbar machen, hieß es dort. Auch die „New York Times“ und der „Hollywood Reporter“ hätten ähnliche Briefe bekommen. Sony hatte bereits vor drei Jahren massive Probleme mit Hackerangriffen.

Die Veröffentlichungen sind für Sony äußerst peinlich

Die Hacker hatten nach ihrem groß angelegten Angriff Ende November unter anderem den Inhalt der E-Mail-Accounts mehrerer Top-Manager von Sony Pictures ins Netz gestellt. Dieses Archiv wurde seit Tagen von US-Medien ausgewertet. Dadurch wurden unter anderem rassistisch angehauchte Scherze von Studio-Chefin Amy Pascal über US-Präsident Barack Obama und Pläne für ein koordiniertes Vorgehen von Filmstudios gegen die Verbreitung unerlaubter Kopien im Internet bekannt.

Vom Hacker-Angriff auf die Sony-Computer ist möglicherweise auch ein frühes Drehbuch zum neuen James-Bond-Film „Spectre“ betroffen. Im Internet kursierten bereits Einzelheiten über den neuen Film, berichtet der britische Sender Sky News am Sonntag. So soll das Spektakel mit Daniel Craig und Christoph Waltz als Bösewicht mit Produktionskosten von 300 Millionen US-Dollar der teuerste Bond aller Zeiten werden.

Hinter den Angriffe auf Sony wird Nordkorea vermutet

Hinter dem Hackerangriff könne Nordkorea stehen, wird vermutet. Als möglicher Auslöser gilt die Filmkomödie „The Interview“, in der zwei US-Journalisten beauftragt werden, den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un zu töten. Im Namen der Hackergruppe „Guardians of Peace“, die die Verantwortung für den Angriff übernahm, wurde inzwischen gefordert, den Film zu stoppen. Nordkorea bestritt offiziell eine Beteiligung an der Attacke. Neben Filmen wurden auch vertrauliche E-Mails der Filmgesellschaft publik.

Die kommunistische Regime Nordkoreas hat den Verdacht zurückgewiesen, hinter der Hacker-Attacke auf das Hollywood-Studio Sony Pictures zu stecken. Die Nationale Verteidigungskommission unterstellte dem Nachbarn Südkorea am Sonntag, „die Geschichte über Nordkoreas Verwicklung“ in den Fall in die Welt gesetzt zu haben. Südkorea würde darin mit den USA paktieren. Pjöngjang wisse gar nicht, „wo in Amerika sich Sony Pictures befindet und für welche Übeltaten es Ziel des Angriffs wurde“, wurde das wichtigste Entscheidungsgremium des Landes von den Staatsmedien zitiert. 

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