Nach fast 100 Folgen : "Mad Men" am Ende

Nach acht Jahren ist die Serie „Mad Men“ beendet. Und Don Draper findet endlich sein Glück.

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Jon Hamm alias Don Draper alias Mad Man
Jon Hamm alias Don Draper alias Mad ManFoto: AFP

Da sitzt er nun, nach sieben Staffeln, nach fast 100 Folgen, nach fast 100 Geschichten um Werbung, Macht, Gier, Zigaretten rund um die New Yorker Madison Avenue. Und wo sitzt er, wo kommt Don Draper zur Ruhe? Beim Yoga in einer kalifornischen Hippie-Kommune. Glücklich. So endete am Montagabend auf Sky eine der bemerkenswertesten Serien der jüngeren Vergangenheit: „Mad Men“, die Geschichten um die fiktive Werbeagentur Sterling Cooper, ihre Mitarbeiter, deren Angehörige und das Umfeld in den 1960er Jahren, mit dem ehrgeizigen Werbefachmann Don Draper im Mittelpunkt, gespielt von Jon Hamm. Ein kettenrauchender Frauenheld mit dunkler Vergangenheit, die im Verlauf der Serie, Start 2007, ans Licht kommt. Draper war, das wird jetzt in den Nachrufen öfters geschrieben, wahrscheinlich stimmt es auch, einer der letzten heldenhaften Antihelden.

Bis zuletzt war unklar, ob Draper, dessen Firma an eine Großagentur verkauft wurde, vor lauter Melancholie und Verzweiflung nicht doch aus dem Fenster springt, wie es der gezeichnete Serien-Vorspann suggeriert. Dort landet die Figur in letzter Sekunde im Bürosessel, mit einer Zigarette in der Hand. Das „Mad-Men“-Finale, die 14. Folge der siebten Staffel, zuerst ausgestrahlt am Sonntagabend im US-Kabelsender AMC, war eines der bestgehüteten Geheimnisse der Branche. Vielleicht war das ein wenig übertrieben, die Serie ja immer mehr Kritiker-Hype als Zuschauererfolg (in Deutschland bei Fox/Sky und ZDFneo), ähnlich wie andere anspruchsvolle Serien-Klassiker der 1990er und 2000er Jahre, „Sopranos“, „Six Feet Under“ oder „Breaking Bad“.

Was bleibt? Mondlandung, der Mord an Kennedy, Siegeszug des Fernsehens, Vietnam, Rassenunruhen, Studentenproteste, all das haben wir in sieben Staffeln durch die Augen von „Mad Men“ gesehen. Don Draper wird weiter leben, kiffend am Strand. Markus Ehrenberg

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