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Nach Vorwürfen gegen RTL-Show „Rising Star“ : Keine zweite Chance für Micky & Gustavo

RTL reagiert auf die Vorwürfe gegen die Castingshow "Rising Star". Bei uns müssen keine Songs gegen den Willen der Künstler vorgetragen werden, sagt der Sender. Eine zweite Chance für Micky & Gustavo gibt es dennoch nicht.

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Micky (links) & Gustavo sind ziemlich beste Freunde. In der RTL-Castingshow fielen sie mit "Celebration" durch.
Micky (links) & Gustavo sind ziemlich beste Freunde. In der RTL-Castingshow fielen sie mit "Celebration" durch. Doch durften sie...Foto: RTL

Die Zuschauer der RTL-Castingshow „Rising Star sind entsetzt: „#ADAC bescheißt die Mitglieder, #ZDF seine Stargäste und die Zuschauer und #RTL die Jury und die #Zuschauer #risingstar #alleswieimmer“, twitterte eine von ihnen am Samstagabend um kurz vor Mitternacht. Am Ende der zweiten Folge der Sendung war es zum Eklat gekommen. Nachdem das Remscheider Duo Micky & Gustavo vom Publikum und der Jury der Talentshow mit dem Song „Celebration“ rausgewählt wurde, sagte Gitarrist Gustavo: „In Zukunft werde ich nur noch Songs singen, die mir gefallen“.

Anastacia war ebenso entsetzt wie das Publikum

Die vierköpfige Jury der Castingshow wollte es genauer wissen. „Ich kämpfe seit drei Wochen mit dem Song“, sagte Gustavo und Micky ergänzte: „Wir waren selbst überrascht, wo der Song her kam“. Jury-Mitglied Anastacia war ebenso entsetzt wie das Publikum. „Wie soll ich einen Song voten, wenn ich nicht weiß, ob ihr ihn selbst ausgesucht habt“, sagte die Sängerin. Dass Micky noch beschwichtigte – „alles cool, kein Stress“ – half da nur noch wenig.

Micky und Gustavo (re). können Publikum und Jury mit "Celebration" nicht überzeugen. Sie hatten den Song aber offenbar auch gar nicht vortragen wollen.
Micky und Gustavo (re). können Publikum und Jury mit "Celebration" nicht überzeugen. Sie hatten den Song aber offenbar auch gar...Foto: RTL

Das Zuschauerinteresse hatte da bereits nachgelassen. Während die Auftaktfolge 2,25 Millionen Zuschauer gesehen hatten, kam die zweite Folge nur auf 1,75 Millionen und einen Marktanteil von sieben Prozent. In der für RTL relevanten Werbegruppe der 14- bis 59-Jährigen erreichte "Rising Star" 1,47 Millionen Zuschauer, bei den 14- bis 49-Jährigen lag der Wert bei 1,1 Millionen Zuschauern, rund 300.000 weniger als am Donnerstag bei der Auftaktsendung.

Shitstorm auf der Facebook-Fanpage und auf Twitter

Auf Twitter folgte nach der Sendung ein heftiger Shitstorm unter dem Hashtag #Risingstar. Laut wurde Ärger auch auf der Facebook-Seite der Sendung. In über 500 Kommentaren forderten die Zuschauer eine zweite Chance für das Duo mit einem eigenen Song und eine Erklärung vom Sender. Die folgte prompt auf der Fanpage, „um Missverständnissen vorzubeugen“: „Die Talente machen selbst Vorschläge oder sie bekommen Songvorschläge. Entscheiden tun am Ende nur sie selbst“, wird dort abgewiegelt.

Die Facebook-User schenkten dem allerdings wenig Glauben: „Achsoooo, dann haben die Interpreten in der Liveshow gelogen...entschuldigung liebes RTL...“, heißt es in einem der Kommentare sarkastisch. Und Dominik Heikaus, einer der Teilnehmer der ersten Ausgabe von "Rising Star" schrieb auf Facebook: "War selber in der 1. Show .. und es ist fackt die Songs werden dir gegeben und man hat eben kein mit Sprache recht ... es ist tv .. rtl entscheidet alles ... micki und Gustavo ihr wart geil feiert euch."

Keine zweite Chance für Micky und Gustavo

Und eine zweite Chance für das Remscheider Duo wird es nicht geben. Dies teilte der Sender auf Nachfrage mit. RTL bestreitet zudem, dass Künstler in "Rising Star" Songs gegen ihren Willen vortragen müssen. "Natürlich wird das Talent gefordert und aufgebaut, um alles aus Ihm herauszuholen", sagte ein Sprecher dem Tagesspiegel.  Im konkreten Fall habe der musikalische Direktor die Vorschläge („Celebration“ und „I want you back“) gemacht - "und diese wurden von den Talenten auch angenommen", so der Sprecher. Anders sei dies auch gar nicht möglich, da die gemeinsam ausgewählten Songs über mehrere Wochen geprobt würden. Die Jury sei über das Auswahlverfahren informiert gewesen. "Der Unglauben in der Sendung bezog sich auf die Äußerungen der Talente, aber so verhält es sich ja nicht", erklärte RTL weiter. Kurt Sagatz

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