Nachrichten : Das Ufo im RBB

„Abendschau“: Mit Sascha Hingst steht ab kommenden Montag ein neuer Moderator in einem neuen Studio.

Sonja Pohlmann
Abendschau
Cathrin Böhme und Sascha Hingst im neuen "Abendschau"-Studio. -Foto: dpa

Bevor Sascha Hingst live auf Sendung geht, macht er weder drei Kreuze noch steckt er sich einen Glücksbringer in die Hosentasche. Einen Schluck Wasser trinken, das ist sein einziges Ritual. Wenn Sascha Hingst am kommenden Montag um kurz vor 19 Uhr 30 ins Fernsehstudio E des RBB an der Masurenallee geht, wird das nicht anders sein – obwohl er dann vor einer Premiere steht: Zum ersten Mal moderiert Hingst die „Abendschau“. Als Nachfolger von Friedrich Moll wird er künftig der Nachrichtensendung ein Gesicht geben, im zweiwöchigen Wechsel mit Cathrin Böhme. „Noch bin ich ein wenig aufgeregt“, sagte Hingst gestern, als der Sender den neuen Moderator vorstellte.

Hingst ist gebürtiger Berliner, doch fast fünf Jahre lang präsentierte der 35-Jährige die „Hessenschau“ im Hessischen Rundfunk. Hier wurde er auch von „Abendschau“-Chef Peter Laubenthal entdeckt, der auf der Suche nach einem neuen Moderator sämtliche Regionalsendungen im deutschen Fernsehen sichtete. „Hingst ist ein Profi und wirkt vor der Kamera sehr sicher“, lobte Laubenthal. Ein Moderator dürfe nicht nur „gutaussehende Kleiderpuppe“ sein, sondern müsse bei heiklen Themen auch journalistisch knallhart nachfragen können. Außerdem habe Hingst als Berliner ein gutes Gespür für Menschen und Geschichten aus der Hauptstadt. Auch Cathrin Böhme ist von ihrem neuen Kollegen angetan: „Bei uns stimmt die Chemie. Wir werden sicher ein gutes Team“, sagte sie.

Doch Böhme muss sich nicht nur an ein neues Gesicht gewöhnen, sondern auch an einen neu gestalteten Arbeitsplatz. Zwei Wochen lang wurde das „Abendschau“-Studio umgebaut und präsentiert sich ab Montag in einem komplett neuen Design: Das Pult für die Moderatoren ist mit beigem Leder umkleidet, anstelle einer massiven Holzplatte gibt es nun eine schwarz lackierte, glänzende Oberfläche. Im Hintergrund der Moderatoren bilden Reichstagskuppel, Hauptbahnhof, Potsdamer Platz, Gedächtniskirche und Brandenbuger Tor eine Bildercollage der Hauptstadt. Davor ist ein Monitor angebracht, auf dem Fotos und Graphiken eingeblendet werden. „Das Studio sieht aus wie ein Ufo, das im RBB gelandet ist“, kommentierte Böhme das futuristische Design.

Das neue Outfit war notwendig – denn ab Montag wird die „Abendschau“ wie alle RBB-Sendungen im 16:9 Format gezeigt. Dafür war das alte Studio zu kurz. Allerdings ist der Umbau nicht nur technisch bedingt. Mit frischem Design und jungem Moderator will die „Abendschau“ moderner werden und jüngere Zuschauer anlocken. „Aber sicher wird die ,Abendschau’ kein Hiphop-Magazin“, sagte RBB-Chefin Dagmar Reim. Auch wenn die Sendung 2008 50 Jahre alt wird, „bleibt sie so jung und so alt wie die Stadt Berlin“.

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