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ANONYMOUS

Nach Razzia wieder Attacken auf Seiten der Gema

Das Internetkollektiv Anonymous hat sich offenbar für die jüngsten Durchsuchungen bei mehr als hundert vermeintlichen Hackern und Mitläufern gerächt. In der Nacht zu Freitag stand die Internetseite der Musikrechtegesellschaft stundenlang unter Beschuss, wie Gema-Sprecherin Ursula Goebel in München bestätigte: „Wir haben deshalb eine neue Strafanzeige gestellt und die Daten der Angreifer an das BKA weitergeleitet.“ Anonymous feierte sich unterdessen im Netz selbst. Aktivisten veröffentlichten parallel auf Seiten von Anonymous in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter Botschaften wie „Gema nach Hause“ und „gema.de kann in Ihrem Land nicht angezeigt werden, dass BKA hat die erforderlichen Geräte nicht beschlagnahmt“. Am Dienstag und Mittwoch hatte das Bundeskriminalamt Wohnungen von 106 Beschuldigten durchsuchen lassen. Sie stehen unter Verdacht, im Dezember des vergangenen Jahres die Gema-Seite attackiert zu haben. Die Beamten beschlagnahmten dabei etliche Computer und Smartphones. Nach Informationen von „Spiegel Online“ sind unter den Beschuldigten offenbar zahlreiche Jugendliche und Heranwachsende. Offenbar wurden viele Familien von den Polizeibesuchen völlig überrascht. Tsp/dapd

WARNUNG

Behörde warnt vor „DNS-Changer“

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ruft erneut alle Internetnutzer auf, ihre Computer auf den Befall mit der Schadsoftware „DNS-Changer“ zu überprüfen. Ein solcher Test sei mit Hilfe der Webseite „www.dns-ok.de“ schnell und einfach möglich, teilte das BSI mit. Mithilfe der Schadsoftware „DNS-Changer“ haben Internetkriminelle die Netzwerkkonfiguration von befallenen Computern manipuliert. Im Falle einer Infektion mit der Schadsoftware leitete der Webbrowser die Benutzer bei Abfrage populärer Webseiten unbemerkt auf von Kriminellen definierte Seiten um. Eine Überprüfung des eigenen Rechners ist sinnvoll, da die von der amerikanischen Bundespolizei FBI übernommenen Server der Online-Kriminellen, die für „DNS-Changer“ verantwortlich sind, am 9. Juli 2012 abgeschaltet werden. Bei betroffenen Rechnern ist dann eine Internetnutzung ohne Änderungen der DNS-Einstellungen nicht mehr möglich. Tsp

VERLAGE UND INTERNET

Vernichtende Reaktion auf Vorschlag zum Leistungsschutzrecht

Gewerbliche Internetseiten, kommerzielle Nachrichtenportale und Suchmaschinen sollen in Zukunft an Presseverlage zahlen, wenn sie deren journalistische Artikel für das eigene Angebot nutzen. Das geht aus dem Entwurf des Bundesjustizministeriums für eine Reform des Urheberrechts hervor, das die Initiative „iRights.info“ am Donnerstag ins Netz stellte. Die Bundesregierung bestätigte die Echtheit des Dokuments. Während die Verlegerverbände die Reform begrüßen, wird bei Internetnutzern und Initiativen heftiger Protest laut. Auf den einschlägigen Twitter-Kanälen war das Leistungsschutzrecht das Thema des Tages. Mit dem Gesetz sollen Printmedien unter anderem an den Erlösen von Suchmaschinen wie Google beteiligt werden. Damit erfüllt die Koalition eine Forderung aus der deutschen Zeitungs- und Zeitschriftenbranche. Der Verein „Digitale Gesellschaft“ kritisierte die geplante Gesetzesänderung: „Dieser Entwurf ist für die Internetnutzer inakzeptabel. Er löst keinerlei Probleme, schafft dafür aber einen ganzen Stapel neue. Ein Leistungsschutzrecht für Verleger ist unnötig, gefährlich und ohne Sinn“, heißt es. Auch der Urheberrechtsexperte und Anwalt Till Kreutzer äußerte sich kritisch über den Entwurf. Er nannte ihn „gründlich misslungen“. In der Begründung der Novelle heißt es, Zeitungsverlage seien heute damit konfrontiert, dass andere gewerbliche Nutzer systematisch auf ihre Leistungen zurückgreifen. Dies gehe weit über das bloße Verlinken hinaus. Das Leistungsschutzrecht dürfe aber nicht als Schutz von überholten Geschäftsmodellen verstanden werden. dpa/Tsp

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