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Zeitung „junge Welt“ fürchtet um ihre Existenz

Mit einem Rettungsappell an die eigene Leserschaft und neue Abo-Leser hat sich die Tageszeitung „junge Welt“ in Berlin an die Öffentlichkeit gewandt. Das weitere Erscheinen des linksgerichteten Blattes sei akut bedroht, teilte die Redaktion mit. Allein in diesem Jahr habe sich bis August ein Fehlbetrag von 100 000 Euro angesammelt. Um die laufenden Kosten zu decken, müsste das Blatt in den kommenden zehn Wochen etwa 700 bis 800 neue Abonnenten gewinnen. Derzeit hat die „junge Welt“ eine Auflage von 17 000 Exemplaren. Chefredakteur Arnold Schölzel begründete den Fehlbetrag mit verbesserten Zeilenhonoraren für Freie und einem erhöhten Klageaufkommen gegen die Zeitung: „Wir hatten in den ersten Monaten so viele Verfahren wie nie.“ Er nannte vor allem eine Klageflut von Neonazis gegen Berichte der Zeitung. Die „junge Welt“ wurde 1947 gegründet und war zu DDR-Zeiten Zentralorgan der staatlichen Jugendorganisation FDJ. Nachdem die zeitweise auflagenstärkste Tageszeitung der DDR 1995 eingestellt worden war, führte ein Teil der Redaktion sie in Eigenregie fort. 1998 übernahm der neue Mehrheitseigentümer des Verlages, die Genossenschaft LPG junge Welt eG. dpa/dapd

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