Medien : Nachrichten

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— Der bekehrte Matussek

Nicht wirklich geärgert, eher belustigt: die Ernennung von Matthias Matussek zum Feuilletonchef des „Spiegels“. Denn als klerikal-konservativer Prediger wird er dort die Klasse von Pater Leppich („Das Maschinengewehr Gottes“) nie erreichen. Der Jesuit hat bereits in den 60ern auf grandiose Weise die Huren auf der Reeperbahn zum Gebet gerufen und vor dem Ungeist der Revolution gewarnt („Oooo, du unheimlicher Leniiiiin!“), als sich der junge Matussek noch wie ein marxistischer Gott fühlte.

— Das neue Bild der „Bild“

Durch die Kumpanei von Stefan Aust („Spiegel“) und Frank Schirrmacher („FAZ“) mit Kai Diekmann („Bild“) beim Rechtschreibstreit schien dessen Blatt journalistisch salonfähig; und manch einer hielt „Bild“ schon für eine Art gedruckte Harald-Schmidt-Show mit Titten. Dank einem Dossier der „Zeit“ ist dieser Irrtum korrigiert, der „Stern“ ohrfeigte Diekmann danach mit acht Seiten und Gerhard Henschel analysierte genial im „Merkur“, was die „Bild“-Mischung aus Polittratsch, Wagner’scher Wehleidigkeit und Sexanzeigen „mit Abspritzgarantie“ ist und bleibt: schmieriger Dreck.

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