Medien : Nachrichten

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— Viele Vereinnahmungsversuche

Es erzürnt mich, wenn ich als Medienkritikerin immer wieder mit Briefen und telefonischen Anfragen belästigt werde, die mir den Schneid abkaufen wollen: Man lädt zu Pressekonferenzen ein und drängt, Interviewzeit mit einer Schauspielerin zu buchen. Sie stellen sich das so vor, dass unsereins dann bei der Rezension aus dem Interview zitiert und mitteilt, wie sich die Hauptdarstellerin gefühlt hat. Das Ziel ist klar: Fernsehkritik soll in Fernsehwerbung umgewandelt werden. So dauert es nicht mehr lange, bis man einer Fernsehkritikerin von altem Schrot und Korn den Schneid nicht mehr abkaufen muss, weil er gar nicht mehr nachgefragt wird.

— Klassische Fernsehkritiken

Nun ist auch klar, was für mich im Medienjahr 2005 erfreulich war: Das waren jene Tage, an denen ich den Auftrag für eine klassische Fernsehkritik bekam. Für einen Text, in dem ich einfach nur zu sagen und zu begründen brauchte, wie ich den Film fand. Ganz ohne Verweise auf die Stimmung der Hauptdarstellerin am Set und die Ehekrise des Regisseurs. Sie werden seltener.

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