Nachruf auf Helmut Ringelmann : Der „Derrick“-Macher

Der Fernsehproduzent Helmut Ringelmann ist im Alter von 84 Jahren gestorben.

Brachte den Krimi ins Fernsehen. Produzent Helmut Ringelmann. Foto: dpa
Brachte den Krimi ins Fernsehen. Produzent Helmut Ringelmann. Foto: dpaFoto: dpa

Horst Tappert hat die Titelfigur gespielt, Herbert Reinecker die Bücher geschrieben und Helmut Ringelmann die Krimiserie produziert: „Derrick“. Kultverdächtig, von 1974 bis 1998 überaus erfolgreich auf dem ZDF-Schirm und, als erste deutsche Krimiproduktion, auch im Ausland. Für Ringelmann war das nicht der erste Erfolg als Produzent und beileibe nicht der letzte. Er war der Krimiproduzent für das deutsche Fernsehen, für das ZDF.

Mit seiner Neuen Münchner Fernsehproduktion GmbH, zu der später noch die Telenova kam und in der kongenialen Zusammenarbeit mit Autor Herbert Reinecker, hatte Ringelmann Krimi-Dreiteiler wie „Babeck“ und „11 Uhr 20“ ins Werk gesetzt, ehe die beiden den „Kommissar“ erfanden. Hier wie auch bei „Derrick“, „Der Alte“ oder „Siska“ war die erst ausprobierte, später ausgefeilte Methode Grundlage der Quotentriumphe: Ein (Mord-)Fall, ein Ermittlerteam um einen Leitwolf herum, eine intensive Fahndung, Lösung (und Erlösung im Publikum). Die Krimis von Helmut Ringelmann boten formal keine Überraschungen und waren doch immer überraschend.

Ob bei Horst Tappert, Erik Ode als „Kommissar“, später bei Siegfried Lowitz und Rolf Schimpf als den „Alten“ – Ringelmann legte bei seinen Chefermittlern allergrößten Wert auf typgerechte Besetzung. Musste er auch, ein Oberinspektor Derrick war ein „Innenraumspieler“, er fragte, beobachtete, dachte im psychologischen Carré, wer da nicht wie Horst Tappert Prägnanz und Präsenz zeigen konnte, der war überfordert, fehl am Platz.

Helmut Ringelmann, geboren 1926 in München und aufgewachsen in großen, internationalen Hotels, die seine Eltern leiteten, wurde als Abiturient Schauspielschüler von Martin Held, später arbeitete er sieben Jahre lang als Assistent und „rechte Hand“ des Theaterregisseurs Heinz Hilpert. Hier erwarb er sein später oft gerühmtes Gespür für Dramaturgie, Drehbücher und Besetzungen, Wissen und Intuition, wie Schauspieler und Regisseure „ticken“.

Helmut Ringelmann wollte produzieren, Macher werden. Beim Film durchlief er Mitte der 50er Jahre alle Stationen, vom Aufnahmeleiter über den Produktionsleiter bis hin zum Herstellungsleiter. Internationale Erfahrungen sammelte er vor allem in amerikanischen Produktionen wie „Die Wikinger“. In diese Zeit fiel auch seine Zusammenarbeit mit Max Ophüls („Lola Montez“) und Stanley Kubrick, mit dem er 1957 den Antikriegsfilm „Wege zum Ruhm“ (Hauptrolle: Kirk Douglas) drehte. Dann kam das Fernsehen, das ZDF, „Derrick“, ein Produzentenleben mit Erfolgsgloriole.

Am Sonntag ist Helmut Ringelmann mit 84 Jahren gestorben, in Grünwald nahe München. jbh

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