Medien : Name: Putin Beruf: Diktator

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Herr Friedman, worüber haben Sie sich in den Medien in der vergangenen Woche am meisten geärgert?

Ich habe Wladimir Putin schon immer als einen Diktator, der im Deckmäntelchen des Demokraten daherkommt, gesehen. Die Unterdrückung in Tschetschenien, die mysteriösen Todesumstände von Anna Politkowskaja und Alexander Litwinenko und jetzt der massive Druck auf Redaktion und Verlag von Springer Russia wegen des aktuellen russischen „Forbes“-Titels. In Russland gibt es definitiv keine Pressefreiheit, das wird einmal mehr deutlich. Da kann sich Wladimir Putin von Gerhard Schröder noch so oft als lupenreiner Demokrat titulieren lassen. Er ist es nicht!

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Über die letztlich vernünftige Entscheidung von Pro Sieben Sat 1, Abstand von den Plänen einer Grundverschlüsselung gegen Entgelt zu nehmen. Ich denke dabei auch an die möglichen Auswirkungen auf das duale System insgesamt. Selbstverständlich müssen die privaten Sender Einnahmequellen absichern. Aber in diesem Fall waren die Bedenken des Kartellamtes berechtigt, so dass das Sender-Management gut daran getan hat, diesen Plan zunächst nicht weiterzuverfolgen.

Michel Friedman ist Journalist und Publizist. Er moderiert auf N 24 die Sendung „Studio Friedman“.

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