Medien : Nannen-Preise vergeben

NSA-Aufklärer und Gurlitt-Porträt vorn.

Beiträge zur Aufklärung des NSA-Skandals und ein Porträt des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt sind bei der diesjährigen Verleihung des Henri-Nannen-Preises geehrt worden. Die Auszeichnung für die beste investigative Leistung ging an ein Journalisten-Team des „Spiegel“, das im Zuge der Geheimdienstaffäre das Abhören des Handys von Kanzlerin Angela Merkel aufdeckte. „Stern“-Chefredakteur Dominik Wichmann zeichnete „Spiegel“-Journalistin Özlem Gezer für ihr eindrucksvolles Gurlitt-Psychogramm in der Disziplin Reportage aus. In mehreren Kategorien erhielten Reporter, Autoren und Fotografen am Freitagabend die mit insgesamt 35 000 Euro dotierten Nannen-Preise. Die US-Journalistin Laura Poitras, die sich aus Jury-Sicht um die Pressefreiheit verdient gemacht hat, war an der Erstveröffentlichung von Dokumenten über die Arbeit des US-Geheimdienstes NSA beteiligt – und bekam dafür große Anerkennung von Edward Snowden. Überraschend für das Publikum bedankte sich der frühere Geheimdienstmitarbeiter per Live-Botschaft direkt bei Poitras für ihre „riskante und gefährliche Arbeit“. Ihr Mut habe eine offenere, verantwortlichere Welt gebracht, meinte Snowden. Poitras kündigte an, in den von Snowden beschafften NSA-Dokumenten steckten viele Geschichten. Gezer hatte den zurückgezogen lebenden Gurlitt nach Bekanntwerden der Kunstsensation mehrere Tage begleitet. Bei dem am 6. Mai im Alter von 81 Jahren Verstorbenen waren im Februar 2012 insgesamt 1280 Bilder gefunden worden – darunter Werke von Picasso, Chagall, Matisse, Beckmann und Nolde. Der Fall war im November 2013 publik geworden.dpa/Tsp

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