Medien : Nanny zum Lesen

Dorothee Schmidt

Glückliche Kinder brauchen starke Eltern. So lautet der zentrale Satz des kleinen Erziehungsratgebers, der zugleich sein Untertitel ist. Katharina Saalfrank hat ihn geschrieben, die Frau mit dem straffen Seitenscheitel, die vor anderthalb Jahren als Super Nanny mitsamt Kamera- und Tonmann vor der Tür von Familien stand und sich anbot, die Kinder zu bändigen. Voyeurismus warfen Kritiker dem Format vor. 4,5 Millionen Menschen schauten trotzdem zu.

Saalfranks Buch erstaunt, weil es optisch so anders als die Fernsehserie ist. Im Nanny-Buch zeigen seitengroße Fotos glückliche Kinder, die mit hübschen Eltern in Häusern mit Garten leben. Das muss weit weg sein von den Problembezirken, die die Super Nanny sonst besucht. Alle Szenen sind fürs Foto nachgestellt. Das macht das Buch besser erträglich, als den tatsächlich überforderten Familien zuzusehen wie im Fernsehen.

Saalfranks Ratschläge sind allgemein gehalten. Baumwolle statt Synthetik. Spielzeug mit Gütesiegel . In der Fernsehserie gibt es brennendere Probleme zu lösen. Die Diplom-Pädagogin versucht erst gar nicht, eine Über-Nanny für alles zu sein, sondern verweist auch auf professionelle Hilfe. „Wuthöhle“ und „Stille Treppe“, die sie im Fernsehen für schwer erziehbare Kinder einrichtet, sind im Buch nicht zu finden. Stattdessen ein Glossar „Liebe zeigen“ für Anfänger. Diesmal arbeitet die Super Nanny präventiv, damit sie Jahre später erst gar nicht anreisen muss.

Katharina Saalfrank: Die Super Nanny. Goldmann. 144 Seiten, 14,95 Euro

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