Medien : „Nazometer“ gelangt an seine Grenzen

„Schmidt & Pocher“ wollen Einsatz überdenken

Noch ist fraglich, ob das umstrittene „Nazometer“ in der ARD-Show von Harald Schmidt und Oliver Pocher weiter zum Einsatz kommt. Erst kurz bevor sie heute auf Sendung gehen, wollen die beiden Moderatoren darüber gemeinsam mit ihrem Redaktionsteam entscheiden, sagte der für „Schmidt & Pocher“ verantwortliche WDR-Redakteur Klaus Michael Heinz. In den vergangenen Tagen war das „Nazometer“ von Mitgliedern verschiedener Rundfunkräte sowie des Zentralrats der Juden heftig kritisiert worden.

Nach der Debatte um den Auftritt der ehemaligen „Tagesschau“-Sprecherin Eva Herman im ZDF hatten Schmidt und Pocher mithilfe des „Nazometers“ Begriffe auf ihre politisch Korrektheit getestet. Beispielsweise schlug das laternenförmige Gerät angeblich dann Alarm, wenn Wörter wie „Duschen“, „Gasherd“ oder „Autobahn“ fielen. Das „Nazometer“ war einer der wichtigsten Gags in der ersten „Schmidt & Pocher“-Show und kam auch in den zwei folgenden Sendungen zum Einsatz. Heinz wehrt sich gegen die Vorwürfe der Kritiker: „Satire, die kein Aufsehen erregt, ist keine. Was durchaus nicht heißt, dass Satire alles darf. Vielleicht sind wir an die Grenzen gelangt. Sicherlich aber keinen Zentimeter darüber hinaus.“ Auch Schmidt habe sich über die heftigen Reaktionen verwundert gezeigt. Wenn das „Nazometer“ heute aus der Sendung genommen werde, dann nicht aufgrund der Kritik, sondern weil es sich als Gag erschöpft habe. sop

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