Nebentätigkeiten verschwiegen : Neuer Ärger beim MDR

Am Dienstag hat sich der Sender mit sofortiger Wirkung von einem Redaktionsleiter getrennt. Ihm werden „gravierende dienstrechtliche Verstöße“ vorgeworfen.

von
Mirmseker
MirmsekerFoto: MDR/Lander

Beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) und seiner neuen Intendantin Karola Wille wird bei dienstrechtlichen Vergehen von Mitarbeitern jetzt hart durchgegriffen. Am Dienstag hat der Sender Reinhard Mirmseker mit sofortiger Wirkung freigestellt. Er arbeitet für die Hörfunkwelle MDR 1 Radio Sachsen-Anhalt in Magdeburg als Moderator und Redaktionsleiter für die Bereiche Unterhaltung, Musik, Ratgeber. MDR-Sprecher Walter Kehr sagte dem Tagesspiegel, dass dem Mitarbeiter „gravierende dienstrechtliche Verstöße“ vorgeworfen würden. Konkret geht es um das Nichtoffenlegen von Unternehmensbeteiligungen und das Verschweigen von Nebentätigkeiten. Der MDR strebe nun arbeitsrechtliche Konsequenzen an, sagte Kehr.

Der Fall Mirmseker hat nicht die strafrechtliche Dimension des Millionen-Betrugs beim Kinderkanal oder der dubiosen Geschäftspraktiken des früheren MDR-Unterhaltungschefs Udo Foht. Aber er zeigt, wie ernst es die Senderspitze mit den neuen Compliance-Regeln, sprich Verhaltensregeln meint. Reinhard Mirmseker, seit 1992 beim MDR, mag diese Richtlinien zur Kenntnis, nicht aber zur Richtschnur genommen haben. jbh

Autor

2 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben