Netzeitung : Bye-bye Altpapier

Ein weiteres Opfer der Medienkrise: Eine TRÄNE von Markus Ehrenberg zum Ende der wochentäglichen Medienkolumne der Netzeitung.

Über Sinn und Unsinn diverser Nachrichtenportale und Informationsangebote im Netz lässt sich trefflich streiten. Das ist auch beim „Altpapier“ so, der wochentäglichen Medienkolumne der Netzeitung, jener ersten ausschließlich im Internet erscheinenden Tageszeitung. Was in Sachen Fernsehen, Radio und Print durch den Blätterwald rauscht, wird hier montags bis freitags von ein paar Kollegen aufgefangen, per Onlineverweis dokumentiert und zusammengefasst. Wer sich einen schnellen Überblick über Gebührendebatte, Veronica-Ferres-Hype oder Qualitätsfernsehen verschaffen will und die Zeitungen nicht zur Hand hat, wird gut bedient. Gerne mit ein paar launigen Sentenzen, die das tägliche Tun und Lassen von zig Journalisten, die ganzen Aufgeregtheiten und Eitelkeiten der Medienrepublik angenehm in der Schwebe halten. Dieser kluge Leserservice – nicht nur für Medienseitenredakteure –, der auch für den Grimme-Preis nominiert wurde, wird nun Ende der Woche eingestellt. Die zur BV Deutsche Zeitungsholding mit Geschäftsführer Josef Depenbrock gehörende Netzeitung soll ihre 15 freien Mitarbeiter entlassen, darunter die, die sich seit Jahren frühmorgens ans „Altpapier“ gesetzt haben. Ein weiteres Opfer der Medienkrise also, die übrigens auch im „Altpapier“ immer wieder zäh verhandelt wurde, mit erstaunlich wenig Rücksicht auf Verluste. Wie man hört, werde darüber nachgedacht, die launige Rezensenten-Rezension außerhalb der Netzeitung fortzuführen. „Der Altpapierkorb füllt sich noch fünf Mal“, heißt es am Montag unter der Kolumne. Vielleicht gibt es hinterher doch noch ein Weihnachtsgeschenk.

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