Netzwerke : Mein Foto, meine Nachricht, meine Daten

VZ-Gruppe setzt auf mehr Schutz in Netzwerken

Vera Pache
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Besseren Schutz für Minderjährige fordert die VZ-Gruppe in ihrem Manifest. Foto:dpadpa

Hier ein bisschen gruscheln, da ein paar Partyfotos hochladen und dort noch schnell eine Statusmeldung schreiben über das, was man gerade so macht. In den sozialen Netzwerken hinterlassen die Nutzer deutliche Datenspuren. Damit die jetzt besser geschützt werden, hat die VZ-Gruppe – bestehend aus SchülerVZ, StudiVZ und MeinVZ – am Dienstag die Kampagne „Deine Daten gehören Dir!“ gestartet.

Mit dieser Aktion verspricht die VZ-Gruppe den Mitgliedern einen umfassenden Schutz ihrer Daten in den Netzwerken. Den Nutzern wird garantiert, dass sie selber darüber entscheiden, wer welche Inhalte und Fotos sehen kann. Es wird betont, dass Suchmaschinen nicht auf die Daten der VZ-Gruppe zugreifen können, und wenn Daten gelöscht werden, „dann sind sie auch wirklich weg“, so Markus Berger de Léon, Chef von SchülerVZ, StudiVZ und MeinVZ. Außerdem würden Nutzerdaten nicht nach außen verkauft, und so etwas habe die VZ-Gruppe auch vorher nicht gemacht.

Mit dem Manifest „Netzwerke mit Verantwortung“ legt die VZ-Gruppe ihre Prinzipien fest und fordert auch weitere Anbieter sozialer Netzwerke auf, sich an vier Regeln zu halten. Erstens: Daten sind persönliches Eigentum. „Es kann nicht so etwas wie Blankovollmachten über die Verwendung persönlicher Daten geben“, betont Berger de León. Der zweite Punkt betrifft die Transparenz für die Nutzer. Sie sollen beispielsweise selber darüber entscheiden können, ob sie personalisierte Werbung bekommen möchten. Falls nicht, soll es möglich sein, die Werbung wieder abzuschalten.

Der dritte Punkt des Manifests zielt darauf ab, dass für alle Netzwerke – unabhängig davon, in welchem Land ein Server steht – deutsches Daten-, Verbraucher- und Jugendschutzrecht die Rechtsgrundlage bilden sollen. Mit dem vierten und letzten Punkt weist das Manifest darauf hin, dass vor allem Kinder und Jugendliche geschützt werden müssen. Das geschieht jetzt beispielsweise bei SchülerVZ, indem die allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) umformuliert und für die Zielgruppe verständlicher geschrieben wurden. Außerdem haben sich die Standardeinstellungen geändert. Somit ist jedes Profil für alle anderen Mitglieder zunächst nicht einsehbar. Jeder Nutzer müsse selbst entscheiden, ob er seine Seiten und Fotos für andere Nutzer sichtbar machen. „Wir halten das für sehr begrüßenswert, wenn sich die Nutzer aktiv für eine Öffnung ihres Profils entscheiden müssen“, sagt Falk Lüke vom Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV).

Bezogen auf das Manifest sagt Lüke, der VBZV freue sich darüber, „wenn sich StudiVZ selbst der Verantwortung stellt, denn bislang hatten wir häufig das Gefühl, dass wir StudiVZ seiner Verantwortung stellen mussten“. Im Februar 2008 hatten die Verbraucherschützer den Datenschutz und die AGB bei StudiVZ bemängelt. Seitdem läuft ein Verfahren. Mittlerweile wurden einige Punkte verbessert, andere stehen noch aus.

Vor rund zwei Wochen hatte der Bundesverband der Verbaucherzentralen auch andere soziale Netzwerke abgemahnt, darunter Facebook, Lokalisten, MySpace, Wer-kennt-wen und Xing. Nach Ansicht der Verbraucherschützer benachteiligten die Netzwerke ihre Nutzer. Einige Anbieter ließen sich zahlreiche Rechte an den Inhalten ihrer Mitglieder geben. Auch hier tut sich etwas, zumindest das Business-Netzwerk Xing habe anerkannt, dass die Kritik gerechtfertigt gewesen sei. „Xing hat mittlerweile die allgemeinen Geschäftsbedingungen geändert“, so Lüke vom VZBV, „bei den anderen müssen wir noch abwarten.“ Vera Pache

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